Wannsee

»Nischt wie raus nach Wannsee!« sang Conny Froboess in den 1950ern und traf damit die Einstellung der vom Umland abgeschnit-tenen Bevölkerung des Westteils der Stadt zu »ihrem« See. Dabei ist mit dem Begriff »Wannsee« einmal der Zehlendorfer Ortsteil Wann¬see gemeint, mit seinen prachtvollen alten Villen in großen, gepfleg¬ten Gartenanlagen eine der besten Adressen Berlins, zum anderen natürlich das Seengebiet mit Großem und Kleinem Wannsee. Der Berliner versteht darunter sein nach wie vor beliebtestes Erholungs- gebiet, das allerlei bietet: das 1907 eröffnete und 1930 erweiterte Strandbad Wannsee als größtes Freibad Berlins, weitere Badestrände mit Segel-, Ruder- und anderen Wassersportclubs, die Wannseeter¬rassen als Ausflugslokal und viele andere am Ufer oder in Ufernähe und natürlich diverse Spazierwege. Der rund 260 ha große Wannsee ist ein Relikt der Eiszeit und eine Ausbuchtung der Havel. An den eigentlichen Großen Wannsee schließen sich mehrere kleine, zusammenhängende Seen an: Kleiner Wannsee, Pohlesee, Stölpchensee (mit Strandbad), Prinz-Friedrich- Leopold-Kanal und Griebnitzsee, an dem der Teltowkanal beginnt. Der Ortsteil Wannsee ist eines der ältesten Siedlungsgebiete Berlins und wurde 1899 aus drei Gemeinden zusammengeschlossen: aus dem schon 1299 erwähnten Dorf Stolpe am Stölpchensee, aus der Kolonie am Bahnhof und der 1863 am Westufer von einem gewissen Kommerzienrat Conrad gegründeten Villenkolonie Alsen. Am Westufer des Großen Wannsees verläuft die Straße Am Großen Wannsee. Im Haus Ecke Colomierstr. (Nr. 3) verbrachte Max Lieber¬mann seit 1910 25 Sommer, 400 Gemälde und Zeichnungen sind dort entstanden. Es ist nun Museum (Öffnungszeiten: tgl. außer Di. 11.00- 18.00, Do. bis 20.00 Uhr). Die 1914/1915 erbaute große Villa Nr. 56-58 war am 20. Januar 1942 Schauplatz der berüchtigten Konferenz über die »Endlösung der Judenfrage«, auf der unter Leitung von Reinhard Heydrich füh¬rende Nazis die schon seit Mitte 1941 angelaufene Vernichtung der europäischen Juden besiegelten. Diese Sitzung und ihre Folgen doku¬mentiert die Ausstellung »Die Wannsee-Konferenz und der Völker¬mord an den europäischen Juden«. In der dazugehörigen Mediathek können u.a. Videos mit Berichten Überlebender betrachtet werden (Öffnungszeiten: tgl. 10.00-18.00 Uhr; Bus 114 ab S-Bahnhof Wannsee). An der Bismarckstr. 3, zwischen einigen Bootshäusern am Kleinen Wannsee, findet man das Grab Heinrich von Kleists, der hier am 21. November 1811 zusammen mit Henriette Vogel Selbstmord beging.

Lesen Sie mehr: Vietnam Kambodscha Rundreisen | Mekong Delta 3 days tripHalong tours | Vietnam Rundreise 3 Wochen | Circuit Saigon Angkor | voyage ninh binh | visa au vietnam | circuit laos cambodge 21 jours | circuit vietnam 15 jours | croisière vietnam cambodge

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply