SCHLÖSSER UND GÄRTEN & Alexandrowka

SCHLÖSSER UND GÄRTEN
Die heute 129000 Einwohner zählende Stadt an der Havel, die sich hier zu Kanälen und Seen ausweitet, war Sommerresidenz der preußischen Könige und deutschen Kaiser und ist insbesondere mit Friedrich dem Großen verbunden. Noch immer schwingt in ihrem Namen ein »preußischer Unterton« mit.
Seinem Kranz von Schlössern und Gärten verdankt Potsdam die Auf- nähme in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes im Jahr 1990. Zwar hat das Bombardement vom April 1945 den historischen Stadtkern schwer beschädigt und rissen die DDR-Stadtplaner, anstatt sie aufzu- bauen, viele der Ruinen ab, doch immer noch gibt es genügend char- mante Winkel wie das Holländische Viertel oder die Russische Kolo¬nie. Vor allem aber ist Potsdams einzigartiges Ensemble aus großen Parks und Schlössern geblieben, das die bedeutendsten Landschafts¬architekten, Baumeister, Maler und Bildhauer schufen. Nimmt man noch den Volkspark, Babelsberg und das Filmmuseum hinzu, kommt man um einen Ausflug nach Potsdam kaum herum.
Potsdam wurde 993 als Poztupimi erstmals erwähnt und um 1317 als Stadt bezeichnet. Das Landstädtchen entwickelte sich aber erst, als Kurfürst Friedrich Wilhelm es zu seiner zweiten Residenz neben Berlin wählte und das Stadtschloss (1664-1670) erbauen ließ. Mit dem strengen Regiment des »Soldatenkönigs« Friedrich Wilhelm I. begann der Wandel zur Verwaltungs- und Garnisonsstadt. Friedrich II. setzte die Bautätigkeit fort: Das Stadtschloss wurde erweitert,
Schloss Sanssouci und das Neue Palais begonnen, ganze Stadtteile abgerissen und neu bebaut. Wäh¬rend Friedrichs Regierung war Potsdam Anziehungspunkt für Schriftsteller, Musiker und Philoso¬phen, allen voran Voltaire. 1838 er- öffnete die erste preußische Eisen¬bahn von Berlin nach Potsdam.
Am 21. März 1933, dem »Tag von Potsdam«, besiegelten Hindenburg und Hitler in der Garnisonkirche symbolisch das Bündnis zwischen dem nationalen und dem national¬sozialistischen Deutschland. Beginn
und Ende des Dritten Reichs sind adher eng mit Potsdam verbun¬den: Im August 1945 beschlossen Truman, Churchill (später Attlee) und Stalin im Schloss Cecilienhof das Potsdamer Abkommen und damit das Schicksal Deutschlands. Seit der Wiedervereinigung hat Potsdam als Hauptstadt des Bundeslandes Brandenburg einen kul¬turellen, politischen und wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, der nicht zuletzt wegen der Nähe zur Bundeshauptstadt weiterhin anhält.
Alexandrowka • Russ. Kolonie
Die 13 Häuser mit Holzbalkonen und geschnitzten Giebelbrettern der Kolonie Alexandrowka sind bis heute ein einzigartiges Beispiel russischer Architektur außerhalb des Ursprungslands. Die Kolonie entstand durch eine »Allerhöchste Cabinets-Ordre« Friedrich Wil¬helms III. vom 10. April 1826 für zwölf russische Sänger, die 1812 als Kriegsgefangene, die General Yorck noch an der Seite Napoleons ge¬macht hatte, nach Potsdam gebracht worden waren, als Chorsänger dienten und nach Napoleons Niederlage als »Geschenk des Zaren Alexander« in Potsdam blieben. Die königliche Forderung, die Sied¬lung in der Form des russischen Andreaskreuzes zu gestalten, setzte Peter Joseph Lennö um: An den beiden Kreuzarmen ließ er je vier sich gegenüber stehende Häuser¬paare, in den Bögen des ovalen Ge¬ländes vier weitere bauen. Am Schnittpunkt der Diagonalwege entstand das Aufseherhaus (Nr. 8). Die Anwesen durften nicht ver¬kauft werden; das Wohnrecht blieb bestehen, wenn das erste Kind ein Junge war. So lässt sich an den Na¬mensschildern noch heute die Fa¬miliengeschichte verfolgen: Weiße Schrift auf schwarzem Grund nennt die Verstorbenen, schwarze Schrift auf weißem Grund die bis heute hier lebenden Nachfahren der russischen Sänger. In Haus Nr. 2 von 1826 ist das Erdgeschoss Museum zum Museum Alexandrowka umgebaut worden – jeder Raum befasst Alexandrowka ► sich mit einem Thema zur Kolonie (Di.-So. 10.00- 18.00 Uhr).
Die orthodoxe Kirche des Heiligen Alexander Newski auf dem Ka¬pellenberg wurde 1829 in Anwesenheit von Zar Nikolaus I. einge¬weiht. Karl Friedrich Schinkel entwarf das Kirchlein nach dem Vor¬bild der Kiewer Desjatin-Kirche.

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