Sanssouci 3

Neues Palais
Am Westende der Hauptallee baut sich das Neue Palais auf, der letzte und zugleich gewaltigste Schloss¬bau im Park, der als »Fanfaronade«
(= Prahlerei) nach dem eben been¬deten Siebenjährigen Krieg Preu¬ßens Macht und Glorie zum Ausdruck bringen und die Vorstellun¬gen Friedrichs II. von einem repräsentativen Sommersitz erfüllen sollte. Die Bauarbeiten begannen 1763 unter Büring, den 1765 Gon¬tard ablöste. In nur siebenjähriger Bauzeit entstand der dreigeschos¬sige, gut 240 m lange Bau mit eingeschossigen Eckpavillons. Die Fassaden schmückt ein allegorisch-mythologisches Figurenpro-gramm – allein vor den Pilastern und auf der Attika stehen 292 Sandsteinfiguren. Eigensinnig hielt der König an den Formen des Spätbarocks fest. So gilt das Neue Palais als letzte bedeutende Schlossanlage des preußischen Barocks und als charakteristisches Hauptwerk der späten friderizianischen Architektur. Das Neue Palais diente vor allem als Gästehaus des Hofes, wurde aber auch von der Königsfamilie bewohnt.
Die Gestaltung der Innenräume führte Gontard aus. Auffällig ist die Häufung von Motiven älterer preußischer Schlösser. Die rund 60 zu besichtigenden Räume sind mit Mobiliar und Porzellan heimischer Handwerker und Künstler sowie mit Gemälden ausgestattet, die zum großen Teil aus dem abgerissenen Stadtschloss stammen. Die Origi¬nalmöbel befinden sich im holländischen Doorn, wohin Kaiser Wil¬helm II. 1918 ins Exil gegangen war. Höhepunkte sind die Wohnräu- me Friedrichs II., das Gemäldekabinett im Unteren Fürstenquartier, das Ovale Kabinett, das Konzertzimmer im Oberen Fürstenquartier, der über zwei Etagen reichende Marmorsaal und das heute noch be¬spielte, 1768 eröffnete Schlosstheater.

Die prächtigen Zwillingsgebäude gegenüber dem Neuen Palais sind mitnichten weitere Paläste, sondern Wirtschaftsgebäude, die sog. Communs, 1766 bis 1769 nach Plänen von Jean Laurent Le Geay von Gontard ausgeführt. Im südlichen Gebäude befanden sich Küche und Wirtschaftsräume, durch einen unterirdischen Gang mit dem Neuen Palais verbunden, im nördlichen wohnte die Dienerschaft.
Durch das zur Gartenseite sich öffnende Rondell kommt man zum nördlich der Hauptallee stehenden Antikentempel, 1768 von Gon-tard nach einer Skizze Friedrichs II. errichtet. Er beherbergte zahlrei¬che Plastiken aus der Sammlung Friedrichs II., die 1829 größtenteils ins Alte Museum nach Berlin kamen.
Auch zum Freundschaftstempel von Gontard südlich der Hauptallee steuerte Friedrich II. 1768 den Entwurf bei. Er ist dem Andenken seiner Schwester gewidmet, der 1757 verstorbenen Markgräfin Wil¬helmine von Bayreuth.

Schloss und Park Charlottenhof
Das Gelände südlich des Freundschaftstempels wurde erst ab 1826 in den Park von Sanssouci einbezogen. 1825 erwarb Friedrich Wilhelm III. das Gelände von Charlotte von Gentzkow und schenkte es sei¬nem Sohn Kronprinz Friedrich Wilhelm. Karl Friedrich Schinkel und Peter Joseph Lenn6 setzten 1826 bis 1829 dessen Ideen zu Schloss und Landschaftspark um und schufen eines der vollkom¬mensten Ensembles des romantischen Klassizismus.
Das Schloss zeigt sich als eingeschossiger Bau, dessen mit einem Sat¬teldach versehener Mittelbau risalitartig vorspringt. Vor dem Eingang erstrecken sich eine Fontänenanlage mit der Statue des Neptun (1850) und der 1851 entstandene Dichterhain; auf der Rückseite öff¬net sich ein dorischer Giebelportikus auf eine künstlich aufgeschütte¬te Terrasse. Das Innere des Schlösschens wurde von Schinkel gedie¬gen in schlichtem bürgerlichen Klassizismus ausgestattet. Eines der behaglichsten Zimmer ist das Wohnzimmer, ganz in hellem Blau ge¬halten und mit Landschaftsaquarellen aus Italien und der Schweiz geschmückt; das überraschendste Zimmer des Baus ist das Zeltzim¬mer mit seiner gestreiften Tapete und der zeltartigen Deckenbildung. Es war das Schlafzimmer der Hofdamen, später Wohnzimmer von Alexander von Humboldt bei seinen Aufenthalten in Sanssouci.
In den Gärten konnte Lenne zusammen mit Schinkel und Persius, die die Bauten ausführten, seine Vorstellungen von einem englischen Landschaftspark verwirklichen. Im Westen des Schlosses legte er 1836 das Hippodrom an, ein Garten in Gestalt einer antiken Pferde¬rennbahn; das Fasanengehege mit Fasanerie westlich davon entstand 1841 bis 1844. Am Maschinenteich östlich vom Schloss baute Persius 1829 bis 1840 nach Schinkels Plänen die Römischen Bäder, acht Ge¬bäude im Stil italienischer Landhäuser: das als Gästewohnung erbau¬te Hofgärtnerhaus (1829), einen Teepavillon in der Art eines römi¬schen Podiumtempels (1830), einige Wohngebäude und das Römi¬sche Bad (1834-1840), dessen große Wanne aus grünem Jaspis ein Geschenk des russischen Zaren Nikolaus I. ist und in dem nun wech¬selnde Kunstausstellungen stattfinden (Öffnungszeiten: Mitte Mai bis Mitte Okt. Di.-So. 10.00-17.00 Uhr).

Lesen Sie mehr: Vietnam Kambodscha Rundreise, Mekong Delta 2 day tours, Halong Dschunke, Rundreise Vietnam 1 Woche |  Croisière sur le Mékong | baie d’halong sur terre | visa au vietnam | circuit laos cambodge 15 jours | croisière vietnam cambodge sur le mekong 12 jours

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply