Pfaueninsel

Die »Perle im Havelmeer«, wie die unter Naturschutz gestellte und zum Weltkulturerbe gehörende Pfaueninsel mit ihren jahrhunderte¬alten Bäumen und einem artenreichen Vogelbestand auch genannt wird, ist eine ca. 1,5 km lange und 500 m breite Havelinsel im äußersten Südwestzipfel Berlins. Sie zählt zu den beliebtesten Aus¬flugszielen der Stadt. Ehe das 98 ha große Eiland im 17. Jh. zum Pfauenwerder wurde – nicht wegen etwaiger Pfauen, sondern vom mittelniederdeutschen »page« = Pferd abgeleitet betrieb der Große Kurfürst hier eine Kaninchenzucht, weswegen es zuvor den Namen Kaninchenwerder trug. Unter dem Großen Kurfürsten fabrizierte von 1685 an auch der Alchimist Johann Kunckel von Löwenstern auf der Ostseite der Insel das heiß begehrte Rubinglas. Reste seines Labo¬ratoriums wurden 1972 gefunden.
1793 entdeckte Preußens König Friedrich Wilhelm II. die Insel aufs Neue für sich und seine Mätresse Wilhelmine Encke, die spätere Grä¬fin Lichtenau. Zimmermeister Brendel erhielt den Auftrag, beiden ein Liebesnest zu errichten, und es entstand, angeblich nach einer Skizze der Gräfin höchstselbst, von 1794 bis 1797 das heutige Schlösschen. Auch Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise liebten den Bau. Zu dieser Zeit kamen auch die Pfauen auf die Insel, deren Nachfahren sie heute noch bevöl¬kern. Das Lustschloss ist in roman¬tischem Ruinenstil ausgeführt. Die beiden Türme sind durch eine ur¬sprünglich hölzerne Wandelbrücke verbunden, die 1807 durch eine Ei¬senbrücke ersetzt wurde, ein frühes Zeugnis der Berliner Eisengießerei- Kunst. Die kostbare Innenausstat¬tung zeugt vom herrschaftlichen Geschmack und von der alten Ber¬liner und Potsdamer Handwerks¬kunst am Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert. Besonders gelun¬gen sind der klassizistische Große Saal im Obergeschoss und die eherne Wendeltreppe.
Peter Joseph Lenne gestaltete von 1821 bis 1834 den Park. Eine von Friedrich Wilhelm III. angelegte und 1842 aufgelöste Menagerie wur¬de Grundstock des ► Zoologischen Gartens; das Palmenhaus von Schinkel brannte Ende des 19. Jh.s nieder und eine Rosengartenanla¬ge wurde in den Park von Sanssouci verlegt. Was blieb, waren seltene Bäume wie Weymouth- und Zirbelkiefer, Mammutbaum, Ginkgos und Zedern sowie viele einheimische Hölzer.
Außer dem Schloss gibt es weitere Bauten: im Südteil stehen das Schweizerhaus von Schinkel (1830), die Russische Rutschbahn und den Fregattenhafen und im Zentrum der Insel kommt man zum Ka¬valiershaus von Schinkel, das 1824 bis 1826 mit der Fassade eines go¬tischen Patrizierhauses aus Danzig umgebaut wurde. Der Gedächt¬nistempel für Königin Luise im Nordteil trägt den ursprünglichen Sandsteinportikus des Mausoleums im Park von Schloss ►Charlot¬tenburg (1829).

Für mehr Infos: Kambodscha Reisetipps, 2 Tagestouren Mekong Delta, Halongbay, Beste Rundreise Vietnam

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