Wannsee

»Nischt wie raus nach Wannsee!« sang Conny Froboess in den 1950ern und traf damit die Einstellung der vom Umland abgeschnit-tenen Bevölkerung des Westteils der Stadt zu »ihrem« See. Dabei ist mit dem Begriff »Wannsee« einmal der Zehlendorfer Ortsteil Wann¬see gemeint, mit seinen prachtvollen alten Villen in großen, gepfleg¬ten Gartenanlagen eine der besten Adressen Berlins, zum anderen natürlich das Seengebiet mit Großem und Kleinem Wannsee. Der Berliner versteht darunter sein nach wie vor beliebtestes Erholungs- gebiet, das allerlei bietet: das 1907 eröffnete und 1930 erweiterte Strandbad Wannsee als größtes Freibad Berlins, weitere Badestrände mit Segel-, Ruder- und anderen Wassersportclubs, die Wannseeter¬rassen als Ausflugslokal und viele andere am Ufer oder in Ufernähe und natürlich diverse Spazierwege. Der rund 260 ha große Wannsee ist ein Relikt der Eiszeit und eine Ausbuchtung der Havel. An den eigentlichen Großen Wannsee schließen sich mehrere kleine, zusammenhängende Seen an: Kleiner Wannsee, Pohlesee, Stölpchensee (mit Strandbad), Prinz-Friedrich- Leopold-Kanal und Griebnitzsee, an dem der Teltowkanal beginnt. Der Ortsteil Wannsee ist eines der ältesten Siedlungsgebiete Berlins und wurde 1899 aus drei Gemeinden zusammengeschlossen: aus dem schon 1299 erwähnten Dorf Stolpe am Stölpchensee, aus der Kolonie am Bahnhof und der 1863 am Westufer von einem gewissen Kommerzienrat Conrad gegründeten Villenkolonie Alsen. Am Westufer des Großen Wannsees verläuft die Straße Am Großen Wannsee. Im Haus Ecke Colomierstr. (Nr. 3) verbrachte Max Lieber¬mann seit 1910 25 Sommer, 400 Gemälde und Zeichnungen sind dort entstanden. Es ist nun Museum (Öffnungszeiten: tgl. außer Di. 11.00- 18.00, Do. bis 20.00 Uhr). Die 1914/1915 erbaute große Villa Nr. 56-58 war am 20. Januar 1942 Schauplatz der berüchtigten Konferenz über die »Endlösung der Judenfrage«, auf der unter Leitung von Reinhard Heydrich füh¬rende Nazis die schon seit Mitte 1941 angelaufene Vernichtung der europäischen Juden besiegelten. Diese Sitzung und ihre Folgen doku¬mentiert die Ausstellung »Die Wannsee-Konferenz und der Völker¬mord an den europäischen Juden«. In der dazugehörigen Mediathek können u.a. Videos mit Berichten Überlebender betrachtet werden (Öffnungszeiten: tgl. 10.00-18.00 Uhr; Bus 114 ab S-Bahnhof Wannsee). An der Bismarckstr. 3, zwischen einigen Bootshäusern am Kleinen Wannsee, findet man das Grab Heinrich von Kleists, der hier am 21. November 1811 zusammen mit Henriette Vogel Selbstmord beging.

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Unter den Linden 4

Vom Bebelplatz zum Pariser Platz
Nach der Humboldt-Universität passiert man die Staatsbibliothek. Die erste »Churfürstliche Bibliothek zu Cölln an der Spree« war 1661 im Apothekenflügel des Berliner Schlosses untergebracht und 1701 in Königliche Bibliothek umbenannt worden. Als solche zog sie 1780 in die Alte Bibliothek (s. o.) um. Bis 1902 stand am Platz der Bibliothek der 1687 bis 1700 von Johann Arnold Nering und Martin Grünberg erbaute Marstall, in dem sich die Akademie der Wissen¬schaften und die Akademie der Künste befanden. Im Roten Saal die¬ses Hauses hielt Johann Gottlieb Fichte 1807 und 1808 seine »Reden an die Deutsche Nation«. Das 1903 bis 1914 von Ernst von Ihne in neubarockem Stil errichtete jetzige Haus erhielt nach dem Ersten Weltkrieg den Namen »Preußische Staatsbibliothek«.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war auch die Bibliothekenlandschaft Berlins geteilt. Im Gebäude Unter den Linden wurde die »Deutsche Staatsbibliothek« eingerichtet, während im Westen Berlins die »Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz« gegründet wurde (►Kul-turforum). Beide Bibliotheken sind nach der Wiedervereinigung zur »Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz« vereint wor¬den; das Haus Unter den Linden firmiert nun als Forschungsbiblio¬thek für die Literatur vor 1955.
Gegenüber der Bibliothek und neben dem Alten Palais stand früher das Niederländische Palais, das im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört wurde. Das an seiner Stelle gebaute Neue Gouverneurshaus trägt ei¬nen Fassadenzierrat vom alten Kommandantenhaus, das wiederum an der Rathausstraße / Ecke Jüdenstraße stand.
Daneben, Ecke Charlottenstraße, kann man in der Filiale der Deut¬schen Bank nicht nur Geldgeschäfte abwickeln, sondern auch in der Deutschen Guggenheim wechselnde Ausstellungen der Klassischen Moderne bis zur Gegenwartskunst genießen (Öffnungszeiten: tgl. 11.00-20.00, Do. bis 22.00 Uhr).
Die Kreuzung Unter den Linden/Friedrichstraße war vor dem Zwei¬ten Weltkrieg einer der lebhaftesten Plätze Berlins. An der Südostecke befand sich das berühmte und traditionsreiche Cafe Bauer, das zu DDR-Zeiten durch den Lindencorso ersetzt wurde; dieser Bau muss¬te einem neuen »Nachwende«-Lindencorso weichen. Auf der Nord¬ostecke standen einst das Hotel und Cafe Victoria und später das Ca¬fe König; das Haus der Schweiz (1936) gegenüber ist eines der weni¬gen Gebäude hier, das den Krieg fast unbeschädigt überstanden hat.
An der Südwestecke der Kreuzung strömten die Flanierer in das weltberühmte Cafe Kranzier; es wurde zerstört und durch einen Neubau ersetzt.
Die Kreuzung mit der Friedrichstraße markiert auch das Ende der hochherrschaftlichen Linden. Von hier bis zum Pariser Platz entwi- ekelte sich im 19. Jh. ein Boulevard der Geschäfte, Cafes, Restaurants und Hotels, den man auf dem Mittelstreifen, wirklich »unter den Linden«, entlangflanierte. Aus dieser Zeit ist allerdings nichts mehr erhalten. An der Nordseite ist in den vergangenen Jahren heftig ge¬baut worden, darunter das Hauptstadtbüro des ZDF (Nr. 36-38, mit ZDF-Souvenirshop), das Haus Pietsch (Nr. 42) und die lange Front der Bundestagsbüros.
Auf ein historisches Gebäude geht die Russische Botschaft (Nr. 65) zurück: An dieser Stelle stand das Palais der Prinzessin Amalie,
Schwester Friedrichs des Großen. 1832 zog der russische Gesandte ein; nach der Oktoberrevolution residierte bis 1941 hier der sowjeti¬sche Botschafter. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zer¬bombt. Nach 1945 war es das erste Bauwerk, das Unter den Linden wieder aufgebaut wurde (1950-1953) und fungierte fortan als Sitz der Botschaft der Sowjetunion in der DDR. Nun ist es wieder Bot¬schaft der Russischen Föderation. Von hier hat man es dann, über die Wilhelmstraße hinweg und am berühmten Hotel Adlon vorbei, nicht mehr weit bis zum Pariser Platz vor dem ►Brandenburger Tor.

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Unter den Linden 3

Forum Fridericianum
Mit der Staatsoper Unter den Linden beginnt das Forum Fridericia¬num. Rund um den heutigen Bebelplatz (früher Opernplatz) sollte nach Friedrichs des Großen Vorstellungen der kulturelle Fixpunkt der preußischen Hauptstadt entstehen.
Mit dem Bau der Staatsoper von 1741 bis 1743 schlug Georg Wen- zeslaus von Knobelsdorff dem Klassizismus die Bahn. Es ist darüber hinaus der erste deutsche Theaterbau außerhalb eines Fürsten¬schlosses und war – mit 2000 Zuschauerplätzen, allerdings nur für geladene Gäste – seinerzeit der größte in Europa. Damit kein Zweifel über die Ambitionen des Bauherrn aufkam, ließ dieser sich am Gie¬belportikus verewigen: FRIDERICUS REX APOLLINI ET MUSIS. 1789 wurde die Oper für gewöhnliches Publikum geöffnet, doch in der Nacht vom 18. zum 19. August 1843 brannte das Haus ab. Es wurde aber bereits ein Jahr später von Carl Ferdinand Langhans wie- der errichtet. Meyerbeer, Lortzing und Richard Strauss feierten hier große Erfolge. Im Zweiten Weltkrieg brannte das Haus 1941 aus, wurde wieder aufgebaut, aber im Februar 1945 endgültig zerstört.
Der 1951 begonnene Neuaufbau durch Richard Paulick und Kurt Hemmerling war am 4. September 1955 mit der Aufführung von Ri-chard Wagners »Meistersinger« offiziell beendet.
Die barocke Kathedrale Sankt Hedwig an der Südostecke des Bebel- platzes hat das Pantheon in Rom zum Vorbild und ist Sitz des katho- fischen Bischofs von Berlin. Mit dem Bau nach Plänen von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff wurde 1747 begonnen. Das dafür not¬wendige Geld sammelte der Karmelitermönch Mecenati in katholischen Ländern, den Baugrund schenkte Friedrich der Große.
St. Hedwig ist der einzige Berliner Kirchenbau aus seiner Regierungs¬zeit. Nach dem Siebenjährigen Krieg baute man ab 1772 unter Jo-hann Boumann d.Ä. weiter; am 1. November 1773 wurde die Kirche geweiht. Sie erhielt ihren Namen nach der in Schlesien verehrten hl.
Hedwig (1174-1243), Gemahlin Herzog Heinrichs von Schlesien, denn durch die Eroberung Schlesiens waren zum ersten Mal ge-schlossene katholische Bevölkerungsgebiete an Preußen gefallen. Die Kirche brannte im Zweiten Weltkrieg 1943 aus und wurde erst zwi¬schen 1952 und 1963 wieder aufgebaut. Ihr neu gestalteter Innen¬raum wirkt etwas kahl, die historische Konstruktion der Kuppel blieb aber erhalten.
In die Westseite des Platzes schwingt sich die Alte Bibliothek vor, 1775 bis 1780 als Königliche Bibliothek nach einem für den Michae- lertrakt der Wiener Hofburg vorgesehenen Entwurf Fischer von Er¬lachs entstanden. Ihrer effektvoll geschweiften Barockfassade wegen wird sie auch als »Kommode« bezeichnet. 1914 hatte sie als Biblio¬thek ausgedient und diente nun der Universität; 1945 brannte sie aus und wurde erst 1967 bis 1969 wiederaufgebaut. Heute ist hier die ju¬ristische Fakultät der Humboldt-Universität zu Hause.
An die Alte Bibliothek schließt das wiederaufgebaute Alte Palais an, heute ebenfalls zur Humboldt-Universität gehörend. Hier lebte Wil¬helm I. 50 Jahre lang – als Kronprinz, preußischer König und deut¬scher Kaiser – bis zu seinem Tod 1888. Das letzte Fenster links im Erdgeschoss ist das sog. »historische Fenster«: Von hier soll Wil¬helm I. jeden Tag zur Mittagszeit das Aufziehen der Wache beobach¬tet haben, denn, so seine Begründung: »Die Leute warten auf mei¬nen Gruß – so steht’s im Baedeker.«
In der Mitte des Bebelplatzes erinnert das 1995 eingeweihte Mahn- mal des Künstlers Micha Ullmann an die Bücherverbrennung durch die Nazis an dieser Stelle am 10. Mai 1933. Das durch die Vertrei- bung der »entarteten« Schriftsteller entstandene geistige Vakuum symbolisiert ein unterirdischer Bibliotheksraum mit leeren Regalen.
Der Einblick ist durch eine eingelassene Glasscheibe möglich.
Auf dem Mittelstreifen der Linden erhebt sich das samt Sockel 13,50 m hohe Reiterstandbild Friedrichs des Großen von Christian Daniel Rauch aus dem Jahr 1851. Es war 1950 in den Park von Sanssouci ge- bracht und Ende 1980 wieder am angestammten Platz aufgestellt worden. Das Meisterwerk Rauchs zeigt den Preußenkönig im Krö¬nungsmantel mit Dreispitz, Krückstock und Stulpenstiefeln auf sei¬nem Lieblingspferd »Gonde«. Vier Tafeln am unteren Sockel führen die Namen sechzig bedeutender Zeitgenossen des Königs auf. Im mittleren Teil sind preußische Feldherren dargestellt, an der Westsei¬te – unter dem Hinterteil des Pferdes – Männer aus Politik, Kunst und Wissenschaft, an den Ecken Reiterfiguren des Prinzen Heinrich von Preußen, des Herzogs Ferdinand von Braunschweig und der Ge¬neräle Friedrich Wilhelm von Seydlitz und Hans Joachim von Zie¬then. Den oberen Teil schmücken Flachreliefs mit Szenen aus dem Leben Friedrichs sowie verschiedene allegorische Gestalten.
Die Humboldt-Universität – mit seltenen Ginkgo-Bäumen im Vor- garten und den Marmorstandbildern der Brüder Alexander und Wilhelm von Humboldt vor dem Eingang – geht auf eine Stiftung König Friedrich Wilhelms III. zurück und wurde von Wilhelm von Humboldt ins Leben gerufen. Das Gebäude war ursprünglich als Pa¬lais für Prinz Heinrich, Bruder Friedrichs des Großen, gedacht und 1748 bis 1766 von Johann Boumann nach Plänen von Georg Wen- zeslaus von Knobelsdorff erbaut worden.

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Unter den Linden 2

Reichspräsident Paul von Hinden- burg bestimmte die Neue Wache zum Ehrenmal für die Gefallenen im Ersten Weltkrieg. Die dazu nö¬tige Umgestaltung erfolgte 1931 nach den Entwürfen von Heinrich Tessenow: Mit Kalksteinplatten verkleidete Hallenwände umschlos¬sen einen hohen schwarzen Granit-block unter einem Oberlicht, auf dem Block lag ein Eichenlaubkranz aus Silber und Gold. Die DDR- Führung ließ das Gebäude 1960 als Mahnmal für die Opfer des Fa¬schismus und Militarismus gestal¬ten mit der Ewigen Flamme über den Urnen eines unbekannten KZ- Häftlings und eines unbekannten Soldaten. Ende 1993 wurde dann die zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland einge¬weiht, in der nun eine überlebensgroße Bronze-Pieta von Käthe Koll- witz steht, die an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert; die ursprünglich kleine Figur wurde von Hermann Haacke auf die © vierfache Größe gebracht (Öffnungszeiten, tgl. 10.00- 18.00 Uhr).
Hinter der Neuen Wache tut sich das »Kastanienwäldchen« auf. Hier steht das Palais am Festungsgraben, 1753 erbaut und 1860 umgestal- tet. In ihm wohnten bis 1945 die preußischen Finanzminister, von 1804 bis 1807 auch Freiherr zum Stein. Heute ist hier das Museum des Heimatvereins Berlin-Mitte untergekommen. Der klassizistische Bau des benachbarten Maxim-Gorki-Theaters wurde vom Schinkel¬schüler Ottmer 1827 für die Singakademie von Carl Friedrich Zelter errichtet und besaß einen für seine Akustik gerühmten Konzertsaal, in dem Felix Mendelssohn-Bartholdy 1829 die nach dem Tod von Jo¬hann Sebastian Bach (1750) verschollen geglaubte und von Zelter wieder gefundene Matthäuspassion aufführte.
Gegenüber vom Zeughaus ragte bis Ende 1995 das 1964 bis 1967 er- richtete Hochhaus des Außenministeriums der DDR auf an Stelle des im Krieg schwer beschädigten Hauses des Berliner Stadtkomman¬danten von 1653. Dessen äußere Gestalt zitiert nun der Neubau der Bertelsmann-Stiftung. Dahinter reichte bis zum Werderschen Markt (►Schlossplatz) der Schinkelplatz, der sich nun wieder mit seinen angestammten Denkmälern schmückt: für Karl Friedrich Schinkel, für den Landwirtschaftsreformer Albrecht Thaer (1752-1828) und für den Industrieförderer Christian Wilhelm Beuth (1781 -1853).
Rechts vom Kommandantenhaus folgt das Kronprinzenpalais von Jo- hann Arnold Nering (1663/1664). 1732 ging es in den Besitz Fried¬rich Wilhelms I. über, der es von Philipp Gerlach umbauen ließ. Hier wohnte Prinz August Wilhelm, Bruder Friedrichs des Großen, ab 1793 dann Kronprinz Friedrich Wilhelm mit Gemahlin Luise. 1856 zog der spätere Kaiser Friedrich III. mit Gattin Viktoria ein. Wilhelm II., der letzte deutsche Kaiser, kam am 27. Januar 1859 hier zur Welt. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude, von dem keine Bauunterla¬gen mehr existierten, schwere Schäden. So rekonstruierte es Richard Paulick 1968/1969 nach alten Stichen und es entstand ein Kultur- und Gästehaus der DDR, nunmehr »Palais Unter den Linden«. Am 31. August 1990 wurde hier der Einigungsvertrag zwischen der Bun¬desrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Re¬publik unterzeichnet.
Das benachbarte Prinzessinnenpalais, ebenfalls originalgetreuer Nachbau von Paulick, entstand 1733 bis 1737 nach Plänen von Friedrich Wilhelm Dietrich und wurde 1811 von Heinrich Gentz durch einen Torbogen mit dem Kronprinzenpalais verbunden. Hier wohnten bis zu ihrer Verheiratung die drei Töchter Friedrich Wil¬helms III., woher der Name rührt. Heute serviert hier das Operncafe Kuchen und Torten – am besten im Sommer auf der Terrasse zu ge¬nießen, mit Blick auf den Prinzessinnengarten, in dem die Standbil-der der Generäle Blücher, Gneisenau, Scharnhorst und Yorclc stehen, geschaffen von Christian Daniel Rauch.

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Unter den Linden

1400 m lang und 60 m breit verläuft zwischen Schlossbrücke und Pa- riser Platz die berühmteste Straße Berlins, wenn nicht gar Deutsch- lands, der Flanierboulevard der Berliner und der Touristen, die Re¬präsentationsmeile der Mächtigen: Unter den Linden. Die Straße ist die Nachfolgerin eines 1573 angelegten kurfürstlichen Reitwegs durch den märkischen Sand hinaus zum Jagdrevier vor den Toren der Stadt. Der Große Kurfürst ließ durch seinen Flofgärtner Hanfif und die Architekten Dressier und Grünberg diesen beim Schloss be¬ginnenden und am ►Tiergarten endenden Weg 1647 mit sechs Rei-hen Nussbäumen und Linden bepflanzen; die Nussbäume ver¬schwanden wieder, die Linden sind geblieben.
Die ersten Bauten waren Wohnhäuser, Wirtschaftsgebäude, Amtsge¬bäude sowie einige Palais; das unter Friedrich I. erbaute Zeughaus nahm spätere Pracht vorweg. Bis 1734 reichte die Straße nur bis zur heutigen Schadowstraße, erst dann wurde sie bis zum Pariser Platz verlängert. Friedrich II. schließlich beauftragte Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, ein repräsentatives Forum zu gestalten: das Forum Fridericianum. Der Architekt fiel jedoch bald in Ungnade und konn¬te nur das Opernhaus, die heutige Staatsoper Unter den Linden, voll¬enden. Andere führten das begonnene Werk fort: 1747 bis 1773 wur¬de die Sankt-Hedwigs-Kathedrale errichtet, die Alte Bibliothek führte Georg Christian Unger aus. 1789 bis 1791 erhielten die Linden durch das Brandenburger Tor von Langhans ihren architektonischen Ab¬schluss, 1816 bis 1818 kam die Neue Wache von Karl Friedrich Schinkel hinzu. In den 1920er-Jahren war Unter den Linden zusam¬men mit der Friedrichstraße die Schlagader Berlins, wie es auch Wal¬ter Mehring (1896- 1981) in seinem Gedicht »Heimat Berlin« be¬schrieb:
Die Linden lang! Galopp! Galopp!
Zu Fuß, zu Pferd, zu zweit!
Mit der Uhr in der Hand, mit’m Hut aufm Kopp Keine Zeit! Keine Zeit! Keine Zeit!
Man knutscht, man küßt, man boxt, man ringt,
Een Pneu zerplatzt, die Taxe springt!
Mit eenmal kracht das Mieder!
Der Zweite Weltkrieg zerstörte auch Unter den Linden. Neue Bäume wurden aber bereits seit 1946 wieder gepflanzt; ab 1958 dann began¬nen der Wiederaufbau des Forum Fridericianum und der Neubau vieler Gebäude vor allem westlich der Charlottenstraße: Unter den Linden sollte der Prachtboulevard der Hauptstadt der DDR werden, die Repräsentationsmeile mit Historie, mit Botschaften und Ministe¬rien. Nach der Wende rückten die Bagger und Kräne erneut an, um Banken, Abgeordnetenbüros, Botschaften, Hotels, Firmenniederlas¬sungen und nicht zuletzt auch viel hauptstädtische Gastronomie zu bauen.

Von der Schlossbrücke zum Bebelplatz
Vom ►Schlossplatz überquert die von Karl Friedrich Schinkel 1819 geplante und 1822 bis 1824 erbaute Schlossbrücke den Kupfergraben. Ihre Vorgängerin war die seit dem 16. Jh. bezeugte hölzerne Hunde¬brücke, so genannt, weil sich hier die Jäger mit ihren Hunden ver¬sammelten, um in den vor der Stadt liegenden Wildgarten zu ziehen. Die acht von den Sockelpfeilern in weißem Carraramarmor herab¬leuchtenden Skulpturengruppen schufen zwischen 1845 und 1857 acht verschiedene Bildhauer nach Schinkels Entwürfen. Richtung Linden gehend, erkennt man:
Rechte Seite: Iris, den gefallenen Helden zum Olymp tragend (Au¬gust Wredow, 1841-1857); Anstürmender Jüngling, dem Athene schützend zur Seite steht (Gustav Bläser, 1854); Minerva begleitet den ausziehenden Krieger (Albert Wolff, 1853); Nike, einen verwun¬deten Krieger stützend (Ludwig Wichmann, vor 1857).
Linke Seite: Nike krönt den Sieger (Friedrich Drake, 1857); Athene bewaffnet den Krieger zum ersten Kampf (Heinrich Möller, 1846 bis 1850); Pallas Athene unterrichtet den Knaben im Speerwurf (Her¬mann Schievelbein, 1853); Nike lehrt Heldengeschichte (Emil Wolff,
1847). Die im Zweiten Weltkrieg abgebauten Skulpturen wurden erst 1981 vom Westberliner Senat an Ostberlin übergeben.
Gleich rechts nach der Brücke liegt das ehemalige Zeughaus, die größte und beeindruckendste Schöpfung des Barocks in Berlin. Mit
seinem Bau wurde 1695 nach Entwürfen Johann Arnold Nerings be¬gonnen, dessen Arbeit Martin Grünberg, Andreas Schlüter und Jean de Bodt beendeten. Schon 1706 wurde das Gebäude provisorisch sei¬ner Bestimmung übergeben, doch erst 1730 vollendet. Von diesem Zeitpunkt an bis 1877 diente sein Erdgeschoss als Arsenal für schwe¬res Gerät, während das Obergeschoss Infanteriewaffen und Kriegs¬trophäen aufnahm – Anlass für die Berliner Revolutionäre, es am 14.
Juni 1848 zu stürmen. Nach der Reichsgründung 1870 ließ Kaiser Wilhelm I. hier ein Waffen- und Kriegsmuseum der brandenbur- gisch-preußischen Armee einrichten. Das Gebäude wurde im Zwei¬ten Weltkrieg schwer beschädigt; der Wiederaufbau war erst 1965 ab¬geschlossen.
Die 90 m lange Fassade, klar gegliedert und durch Vor- und Rück¬sprünge vor Einförmigkeit bewahrt, gestaltete de Bodt. Der herausra¬gende plastische Schmuck stammt größtenteils von Andreas Schlüter, so die antiken Helme an den Schlusssteinen der Außenfenster. Die allegorischen Frauengestalten auf hervorspringenden Sockeln am Haupteingang sind Werke von Guillaume Hulot und stellen die Feuerwerkskunst, die Arithmetik, die Geometrie und die Mechanik dar. Hulot schuf auch die Dachtrophäen wie die »Marsgruppe« nach Entwürfen von Jean de Bodt. Es sind aber vor allem die 22 Masken sterbender Krieger im Innenhof, dem sog. Schlüterhof, die als her¬vorragendes Zeugnis barocker deutscher Bauskulptur gelten.
Bis zum September 1990 war im Zeughaus das 1952 gegründete Mu¬seum für Deutsche Geschichte eingerichtet, das führende historische Museum der DDR. Es ist im Deutschen Historischen Museum aufge¬gangen. Nach Jahren des Provisoriums präsentiert sich das Museum seit Ende 2006 neu. Die Chronologie beginnt im Westflügel des Obergeschosses mit den frühen Epochen bis ca. 1500; der Rundgang führt dann zu den weiteren Themenabschnitten bis 1918/1919 im Südflügel des Obergeschosses. Die Fortsetzung folgt im Ostflügel des Erdgeschosses mit der Zeit der Weimarer Republik und geht über den Zweiten Weltkrieg, der Nachkriegszeit bis zur Wiedervereinigung und dem Abzug der Alliierten im Jahr 1994 zum Westflügel. Der von I. M. Pei entworfene neue Anbau — mit spektakulärer gläserner Spi¬raltreppe außen – ist für Wechselausstellungen gedacht.
Auf das Zeughaus folgt die Neue Wache. Sie entstand 1816 bis 1818 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel an Stelle der vorherigen Kö- nigswache. Dem kastellartigen Backsteinbau setzte er – in Anleh¬nung an griechische Tempel – ei¬nen dorischen Säulenportikus vor.
Das Giebelrelief stammt von Au¬gust Kiß.

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Tierpark Friedrichsfelde & Treptower Park

Tierpark Friedrichsfelde
Der Tierpark wurde am 2. Juli 1955 als Ostberliner Pendant zum ► Zoologischen Garten im Westen im Schlosspark Friedrichsfelde eröffnet. Bau¬ten und Anlagen entwarf der langjährige Direktor Heinrich Dathe. Im Vergleich zum Zo¬ologischen Garten ist der Tierpark sehr viel großzügiger und weniger gedrängt ange¬legt, sowohl was die Freianla¬gen als auch die Tierhäuser anbelangt. So setzt sich das Alfred-Brehm-Iiaus aus einer großen Flughalle für annä¬hernd hundert Vogelarten und tropischer Vegetation so¬wie einem außerordentlich großzügigen Raubtierhaus mit in der Halle befindlichen Frei¬laufanlagen zusammen; Stolz der Raubtiersammlung ist ei-ne Zucht indischer Löwen und sibirischer Tiger. Im Dickhäuterhaus tummeln sich nicht nur Elefanten, Nashör¬ner und Flusspferde, sondern in einem großen Schaubecken auch seltene Nagelmanatis (Seekühe) aus der Karibik. Der Tierpark hat sich beson¬ders bei der Zucht seltener Huftiere hervorgetan, etwa bei den Takinen aus Birma, auch Goldrind oder Gnuziege genannt. In der Schlangenfarm kann man die größte Giftschlangensammlung Europas bestaunen.
Der Schlosspark von Friedrichsfelde wurde Ende des 17. Jh.s von Benjamin Raule angelegt, seines Zeichens Marinedirektor des Gro-ßen Kurfürsten. Das um 1695 nach Plänen von Johann Arnold Ne- ring erbaute und 1719 erweiterte Schloss wird heute vom Stadtmu¬seum Berlin genutzt.

Treptower Park
Der Treptower Park mit dem östlich anschließenden Plänterwald ist eine Schöpfung des ersten Berliner städtischen Gartendirektors Gus¬tav Meyer, einem Schüler von Peter Joseph Lenne. Meyer schuf diese Anla¬ge 1876 bis 1882, 1896 fand hier die »Große Berliner Gewerbeausstellung« statt. Zum Ende des Kaiserreichs und in der Weimarer Republik war der Treptower Park häufig Schauplatz gro¬ßer Arbeiter-Kundgebungen.
Der Treptower Park zeigt sich als lang gestrecktes, lichtes Waldgebiet mit Ro¬sengarten und großen Rasenflächen entlang der Spree. Nahe dem S-Bahn¬hof liegt der Anlegeplatz der Spree¬dampfer; am Übergang zum 1876 an¬gelegten Plänterwald kann man in den Biergarten der Ausflugsgaststätte »Zenner« einkehren. Sie ist Nachfolge¬rin des 1821 / 1822 von Carl Ferdinand Langhans erbauten »Neuen Gasthau¬ses an der Spree«. Gegenüber liegt die Abteiinsel, heute Insel der Jugend. Hinter dem S-Bahnhof steigen die 1997/ 1998 erbauten, 125 m hohen Allianz Treptowers auf; davor steht in der Spree die Monumentalskulptur »Molecule Men« von Jonathan Borofs- ky (►Abb. S.50).
Die Hauptsehenswürdigkeit des Treptower Parks ist das große Sowje- tische Ehrenmal, 1947 bis 1949 nach Plänen von Jewgeni V. Wut- schetitsch und Jakow B. Belopolski erbaut als zentrale Gedenkstätte für die 1945 bei den Kämpfen um Berlin gefallenen Sowjetsoldaten. Der größte Teil der Anlage besteht aus schwedischem Granit, aus dem die Nazis in Moskau einen Triumphbogen errichten wollten. Die Frauenfigur »Mutter Heimat« auf der Zugangsallee wurde aus ei¬nem 501 schweren Granitblock gemeißelt. Eine breite, mit Trauerbir¬ken bepflanzte Promenade führt zum Ehrenhain, wo zwei rote Gra¬nitwände zur Trauer gesenkte Fahnen symbolisieren. Den zentralen Teil des Ehrenhains, letzte Ruhestätte von 5000 gefallenen sowjeti¬schen Soldaten, bilden fünf Rasenflächen mit gegossenen Kranzge- binden. Zu beiden Seiten des Ehrenhains stehen je acht Reliefwände.
Mittelpunkt der Anlage ist ein Ehrenhügel, auf dem das zylindrische, den alten Heldengräbern der Donebene nachgestaltete Mausoleum mit dem Hauptmonument des Sowjetsoldaten steht: Eine 11,60 m hohe Soldatenfigur, die auf dem linken Arm ein Kind trägt, hält in der rechten Hand ein gesenktes Schwert, welches das Hakenkreuz zerschlagen hat. Der Kuppelsaal unter dem 70 t schweren Denkmal ist mit Mosaikbildern des Malers Gorpenko zum Thema »Die Vertre¬ter aller Unionsrepubliken gedenken ihrer Toten« ausgeschmückt.
An der Decke ist der Orden des Sieges der UdSSR nachgebildet. Wei¬tere Sowjetische Ehrenmale befinden sich im ►Tiergarten und in der Schönholzer Heide in Pankow.
Im Südostteil des Treptower Parks kommt man am Straßenstück Alt-Treptow zur Archenhold-Sternwarte, 1896 erbaut und nach ih- rem Gründer benannt, dem Astronomen Friedrich Simon Archen¬hold. Ihre Hauptattraktion ist das 21 m lange, 130 t schwere und mit einem Linsendurchmesser von 68 cm größte Linsenfernrohr der Welt. Das Himmelskundliche Museum beschäftigt sich mit der Ge¬schichte der Sternwarte und astronomischen Themen (Öffnungszei- © ten: Mi.-So. 14.00- 16.30; Führungen: Do. 20.00, Sa. und So. 15.00; Beobachtungen am Riesenfernrohr: Okt. bis März jeden 2. Fr. 20.00 Uhr; weitere Informationen Tel. 5 34 80 80).
Der Hain der Kosmonauten neben der Sternwarte erinnert an sowje¬tische Raumflüge. Hier stehen die Büsten von Juri Gagarin, dem ers¬ten Menschen im Weltall überhaupt, und des DDR-Kosmonauten Sigmund Jähn, des ersten Deutschen im Weltraum.

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Tiergartenf 2

Südlicher Tiergarten
Das Areal südlich der Tiergartenstraße zwischen Stauffenberg- und Klingelhöferstraße war das Diplomatenviertel des Dritten Reichs.
Nach dem Krieg, den nur die italienische und die japanische Bot¬schaft überstanden hatten, lag das Gelände brach. Nun ist die italie¬nische Botschaft modernisiert (und entfaschisiert) worden, die japa¬nische ist neu gebaut. Indiens neue Botschaft an der Tiergartenstraße besteht aus rotem Stein aus Rajasthan; zwischen dieser und der ös¬terreichischen Botschaft von Hans Hollein schiebt sich die sich kei¬neswegs in Bescheidenheit übende Landesvertretung von Baden- Württemberg. Auch das »Tiergartendreieck« zwischen Stüler-, Klin¬gelhöferstraße und Landwehrkanal ist mit neuen Botschaften bebaut worden. Weltweit einmalig ist das gemeinsame Botschaftsgebäude der skandinavischen Staaten, entworfen von den Wiener Architekten Berger und Parrkinen. Hinter der die Nordischen Botschaften um¬gebenden, 20 m hohen, patinagrünen Kupferlamellenwand verbirgt sich auch das »Felleshus«, in dem die nordischen Länder Ausstellun¬gen veranstalten. Die mexikanische Botschaft von Gonzäles de Leön und Serrano beeindruckt mit einer Betonlamellenwand; die CDU- Bundeszentrale schiebt sich wie ein gläserner Schiffsbug in die Stra¬ßenkreuzung.
Nördlicher Tiergarten
Die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin hat seit 1868 ihren Sitz in der Wegelystr. Nr. 1. Sie ging aus der 1751 von Wilhelm Kaspar Wegely gegründeten und 1763 von Friedrich dem Großen übernom¬menen ersten Berliner Porzellanfabrik hervor. Friedrich der Große war es auch, der das noch heute gültige kurbrandenburgische blaue Zepter als Schutzmarke einführte. Von den alten Bauten sind Drehe¬rei und Formerei von 1871 an der Spree erhalten. Nach wie vor pro¬duziert die Manufaktur hochwertiges Gebrauchs- und Zierporzellan, dank des seit 1993 tätigen Designers Enzo Mari mit immer größerem Erfolg. Die ganze Bandbreite zeigt eine ständige Ausstellung im Bel¬vedere im Park von Schloss ►Charlottenburg. Ausstellungs- und Ver-kaufsräume finden sich in der Wegelystraße, Kurfürstendamm 27 und Unter den Linden 35.
Das Haus der Kulturen der Welt in der Nordostecke des Tiergartens versteht sich als Forum für die Länder der Dritten Welt und veran¬staltet dazu regelmäßig Ausstellungen und Konzerte. Den passenden Rahmen dazu gibt die ehemalige Kongresshalle, ein Markstein mo¬derner Architektur. Sie wurde nach Entwürfen von Hugh A. Stubbins unter Mitwirkung von Werner Düttmann und Franz Mocken als US- Beitrag zur Internationalen Bauausstellung 1957 am Ort der Kroll- oper erbaut, in die nach dem Reichstagsbrand 1933 der Reichstag zog. Seinem kühn geschwungenen Dach verdankt die Kongresshalle ihren Spitznamen »Schwangere Auster«. Die Plastik »Zwei Formen« im Wasserbecken vor der Halle stammt unverkennbar von Henry Moore. Im Sommer 1980 stürzte das Dach in sich zusammen. Nach dem Wiederaufbau wurde die Kongresshalle zum Stadtjubiläum 1987 wieder eröffnet und 1989 zog das Haus der Kulturen der Welt ein (Veranstaltungsprogramm unter www.hkw.de).
Neben der Kongresshalle steht ein 42 m hoher Glockenturm mit dem viertgrößten Carillon der Welt (und dem größten Europas), das täglich um 12.00 und 18.00 Uhr erklingt.
Das Sowjetische Ehrenmal an der Nordseite der Straße des 17. Juni, kurz vor dem ►Brandenburger Tor, wurde 1945/1946 aufgebaut. Es stellt in Bronze gegossen einen Soldaten der Roten Armee in Feldaus¬rüstung dar. Zwei sowjetische Panzer, die 1945 mit in Berlin einge¬rollt sind, flankieren das Mahnmal. Ein weiteres Sowjetisches Ehren¬mal befindet sich im ►Treptower Park, ein drittes in der Schönholzer Heide in Pankow.
Zwischen dem Brandenburger Tor und dem Sowjetischen Ehrenmal steht auf dem Mittelstreifen der Straße des 17. Juni die 3 m hohe Bronze-Skulptur »Der Rufer« von Gerhard Mareks. Der Granitsockel trägt eine Inschrift des italienischen Dichters Petrarca (1304-1374): »Ich gehe durch die Welt und rufe: >Friede, Friede, Frieden«

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IM GRÜNEN BEREICH

Gleich am Brandenburger Tor fängt er an, der Tiergarten, oder neben dem Bahnhof Zoo oder hinter dem Potsdamer Platz. Ein drei Kilometer breiter und einen Kilometer langer Park mitten in der Stadt, wie geschaffen für stadtmüde Füße, für Jogger, Sonnenanbeter, für Spaziergänger oder Träumer in Ruderbooten. Und als ob das nicht genug wäre, wird er auch noch wachsen, um 45000 Quadratmeter, dort, wo die Entlastungsstraße ihren Zweck erfüllt hat, nachdem der Tiergartentunnel nun fertig ist.

Berlin ist keine Steinwüste. Nimmt man Wasser- und Freiflächen noch dazu, bleiben 40% der Stadtfläche unbebaut, überraschen als große und kleine Idyllen und Inseln traditionel¬ler Gartenkunst. Über 1000 Namen von Parks und Gartenanlagen ver¬zeichnet die Berliner Gartendenkmal¬pflege, von verschwiegenen Höfen bis zu königlich-aristokratischer und schließlich bürgerlicher Gartenkunst. Den Tiergarten als älteste und bedeu¬tendste Parkanlage – bis zum 16. Jh. noch umzäuntes Jagdgebiet der Kur¬fürsten Joachim I. und Joachim II. – ließ König Friedrich II. von seinem Architekten Knobelsdorff zum Lust¬park und Spazierweg für die Bevölke¬rung mit Alleen und Statuen, Schnei¬sen und Labyrinthen gestalten. Die barocken Strukturen verwandelte Pe¬ter Joseph Lenn£ zu Beginn des 19. Jh.s im Auftrag Friedrich Wilhelms III. in einen Landschaftsgarten mit Sichtachsen und lichten Wiesen.
Ob Schlosspark Charlottenburg oder Volkspark Hasenheide, die Berliner lieben ihre Parks nicht nur, sie leben mit und in ihnen. Variete-Künstler trainieren Jonglieren, aus Büschen klettern feine Töne eines Saxofons, Hunde hecheln hinter Frisbeeschei¬ben her, Boulekugeln klicken, Schau¬spieler deklamieren Texte, Kleinkin¬der üben erste Schritte und irgendwo signalisieren sicher Duftschwaden und Rauchwölkchen, dass für eine türkische Familie Essenszeit ist.

Parks für das Volk
In der Zeit der Industrialisierung entstanden, um den »Sinn über die Sorge um die materielle Existenz zu erheben und rohe Gesinnung, wo sie vorhanden, zu mildern« (aus einem Magistratsbericht von 1861), Volks¬parks wie Hasenheide und Jungfern¬heide, Friedrichshain und Humbold¬thain und auch der Treptower Park. Im Stil englischer Landschaftsgärten entwarf Gartenbaudirektor Johann Gustav Meyer an Spiel- und Liege¬wiesen breite Wege und Promenaden, ließ 1876 bis 1882 Wasserflächen zum Kahnfahren im Sommer und Schlitt¬schuhlaufen im Winter anlegen, schuf Platz für Restauration und Schmuck¬gärten. Auf Erholung und Vergnügen sind die Parkbesucher heute wie damals eingestellt. Aus einer »Spree- budicke« wurde 1822 ein neues Gast-haus, von Carl Ferdinand Langhans für ein »besseres Publikum«” entwor¬fen, von der Familie Zenner über Generationen geleitet und 1913 schon im Baedeker erwähnt. Da zahlte man für einen Terrassenplatz mit Blick auf Park und Halbinsel Stralau zehn Silbergroschen. Das Gasthaus, im Krieg zerstört und 1955 wieder auf¬gebaut, heißt immer noch Zenner, der Blick ist frei und das Publikum auf der Terrasse bedient sich selbst mit Bier und Bratwurst. Die Abteibrücke führt über die Spree zur Insel der Jugend, die sich dort sonnt, döst, Musik hört und feiert.
Zu den schönsten innerstädtischen Parks – eine im Sinne des Wortes hervorragende Anlage – gehört der Viktoriapark in Kreuzberg, nicht nur, weil er einen der wenigen natürlichen Überblicke über die Stadt erlaubt. Stadtgartendirektor Hermann Mäch¬tig gab dem liebenswert altmodischen Park um den 66 Meter hohen Berg eine Wolfsschlucht mit Natursteinen und Wasserfall – nach dem Vorbild des Zackelfalls im Riesengebirge – unter Schinkels Denkmal für die Be¬freiungskriege.

Am Rande
Der Grunewald begleitet das Havel¬ufer von Wilmersdorf bis Zehlendorf, und seit mehr als 100 Jahren hält der Dicke Willi Wacht – ein Backstein¬turm im Stil altmärkischer Stadttür¬me, 52 Meter hoch auf dem schon 79 Meter messenden Karlsberg und vom Architekten der Gedächtniskirche, Franz Schwechten, entworfen. Kaiser Wilhelm II. höchstselbst erteilte den Teltowern (das Gebiet gehörte bis 1920 der Landgemeinde) die Bauge¬nehmigung, seinen Großvater Wil¬helm I. damit zu ehren.
Wer dem Weg nach Potsdam weiter durch städtisches Grün folgt, erreicht an der südwestlichen Stadtgrenze schließlich den Volkspark Klein-Glie¬nicke. Spätestens hier fällt es schwer sich vorzustellen, dass Berlin auf märkischem Sand gebaut ist. Lennes erste Arbeit in Preußen, ein Pleasure- ground, setzt die kunstvolle Land¬schaftsgestaltung Potsdams mit Sicht¬achsen, Brunnen, Bänken und Blumen fort. Die von Schinkel ent¬worfenen Tempelchen Kleine und Große Neugierde (mit Blick auf die Glienicker Brücke), das Casino mit seitlichen Pergolen mit Havelblick vollenden die Kulturlandschaft. Vom Böttcherberg südlich der Königstraße, mit Blick zum Babelsberger Schloss¬park und auf vier Seen, soll die Loggia Alexandra im 19. Jh. den schönsten Blick über die gärtnerische Kunst erlaubt haben. Büsche und Bäume haben diese Sichtachse allerdings längst erobert.
Mit der Fähre erreicht man in weni¬gen Minuten die Pfaueninsel, die Friedrich Wilhelm II. für seine Schä¬ferstündchen zähmen und mit Rui¬nenschlösschen, Palmenhaus und Stückchen Tempel romantisch im Stil seiner Zeit gestalten ließ. Er hat sein Arkadien nicht mehr genießen kön¬nen, aber andere: Seit 1838 ist das sentimentale Inselchen öffentlich zu¬gänglich.
So wie im Südwesten, nur nicht kunstvoll gestaltet sondern natur¬wüchsig, ufert das städtische Grün auch im Südosten Berlins in Köpenick aus, Berlins mit Abstand grünstem Bezirk. Die historische Altstadt mit dem Schloss ist von Flüssen, Hügel¬ketten, Wäldern und Heidelandschaft umgeben – endloses Wandergebiet mit unzähligen Möglichkeiten zum Schwimmen, Paddeln, Rudern, Sur¬fen, Segeln. Wer den Müggelturm in den Müggelbergen besteigt – jeden¬falls dann, wenn er nach hoffentlicher renovierung wieder eröffnet ist -, sieht sich inmitten einer Seenplatte.
Neues Grün
Nicht nur altes, gewachsenes und gepflegtes Grün erfreut Berliner und Besucher gleichermaßen. Mit dem Garten des wiedergewonnen Mondes ist im Erholungspark Marzahn ein chinesischer Garten als Zeichen für die Wiedervereinigung der geteilten Stadt entstanden. 1994 schlossen Ber¬lin und Peking eine Städtepartner¬schaft und besiegelten sie mit einem Beispiel Jahrtausende alter chinesi¬scher Gartenkunst. Die sieben Ele¬mente (Erde, Himmel, Wasser, Steine, Gebäude, Lebewesen und Pflanzen) wurden zu einem harmonischen Gan¬zen zusammen gefugt. Ein japani¬scher, ein balinesischer und ein orien¬talischer Garten sind dazugekommen.

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Tiergartenf

Was den Londonern der Hyde Park, ist den Berlinern der Tiergarten – die grüne Lunge im Zentrum der Stadt. Er war einst kurfürstliches Wildgehege vor den Toren Berlins. Kurfürst Friedrich III. begann um 1700, das Waldgelände in einen Park umzuwandeln und ließ, als Ver¬längerung der Linden, eine Straße nach Charlottenburg durchschla¬gen, die heutige Straße des 17. Juni. Friedrich der Große ließ den Park nach französischem Muster gestalten, sein Nachfolger Friedrich Wilhelm II. nach englischem Vorbild. Dennoch behielt der Tiergar¬ten über weite Teile seine Eigenheit als Naturpark. 1833 bis 1838 schließlich gab ihm der berühmte Landschaftsgestalter Peter Joseph Lenne die Form eines Volksparks. Im Zweiten Weltkrieg verwüstet, danach von den Brennholz suchenden Berlinern vollständig kahl ge¬schlagen, wurde die Anlage ab 1949 erneuert, zu einem guten Teil mit Baumspenden aus deutschen Städten, woran ein Gedenkstein am Großen Weg erinnert. 25 km Spazierwege, Bötchen fahren auf dem Neuen See und einer der größten Biergärten der Stadt, ebenfalls am Neuen See, locken vor allem an Sommerwochenenden die Berli¬ner ins Freie, viele mit einem Grill bewaffnet.
Denk- und Mahnmale
Der Tiergarten ist mit zahlreichen Denkmälern bestückt. Den Vogel schoss Kaiser Wilhelm II. ab, als er 1901 seiner Reichshauptstadt die Siegesallee schenkte: 32 pathetische Figurengruppen gekrönter Häup¬ter sollten vom Königsplatz (Platz der Republik) bis zum heutigen Kemperplatz vom Glanze Preußens künden. Die Marmorparade — ein Zeitgenosse nannte sie ein »schneeweißes Freiluftpanoptikum« – war dem Ausland Anlass zu Hohn und Spott und auch die Berliner amüsierten sich prächtig, wenn sie »bis in die Puppen« gingen. Nach dem Krieg wurden diese Denkmäler — ob zerstört oder heil geblieben – abgebaut.
Zu den qualitätsvolleren Skulptu¬ren im Tiergarten zählen das am Ostende stehende Denkmal Goe¬thes von Fritz Schaper (1880) mit Allegorien der Lyrik (mit Amor), der Dramatik (Genius mit Todes¬symbol) und der Wissenschaft am Sockel oder das Denkmal der Köni¬gin Luise von Erdmann Encke (1880), dessen Sockelrelief Szenen aus dem Soldatenleben und die Versorgung der Verwundeten durch Frauen zeigt und damit auf Luises Einsatz im Krieg 1806/ 1807 anspielt. Das Denkmal Friedrich
Wilhelms III., ein Werk von Friedrich Drake, wurde am 3. August 1849 enthüllt und ist damit eines der ältesten im Tiergarten.
Auf ganz andere Zeiten beziehen sich zwei Mahnmale: Direkt unter der Lichtensteinbrücke erinnert am rechten Ufer des Landwehrka-nals eine Namensskulptur an Rosa Luxemburg, zusammen mit Karl Liebknecht Gründerin der KPD, die nach dem Scheitern des Sparta¬kus-Aufstandes am 15. Januar 1919 von Freikorpssoldaten ermordet und hier in den Kanal geworfen wurde. Karl Liebknecht wurde am selben Tag am Neuen See erschossen, wo das Gegenstück zum Rosa- Luxemburg-Denkmal an ihn erinnert.
Großer Stern und Siegessäule
Der Große Stern liegt zwar nicht exakt in der Mitte des Tiergartens, er ist aber dessen Verkehrsdrehscheibe. In seiner Mitte, von Autos umtost, steigt 69 m hoch die Siegessäule auf. Sie wurde zur Erinne¬rung an die drei siegreich geführten Kriege von 1864 gegen Däne¬mark, 1866 gegen Österreich und 1870/ 1871 gegen Frankreich am Sedantag, dem 2. September 1873, in Anwesenheit Kaiser Wil¬helms I. mit einer großen Militärparade eingeweiht – auf dem Kö¬nigsplatz, wo sie bis 1938 stand. Dann musste sie den Speerschen Plänen für die Reichshauptstadt »Germania« weichen. Ihr Schaft, in den Geschützrohre aus der Kriegsbeute eingelassen sind, steht auf ei¬nem hohen Granitsockel mit Bronzereliefs, die Szenen aus den drei Kriegen zeigen. In ihrem unteren Teil symbolisiert ein von Anton von Werner entworfenes Mosaik den Zusammenschluss zum deut¬schen Kaiserreich 1870/ 1871. Von der Spitze blickt »Goldelse« über Berlin, die 8 m hohe Figur der Siegesgöttin Viktoria, modelliert von Friedrich Drake. Man kann die Siegessäule über 285 Stufen bis zur Aussichtsplattform in 48 m Höhe erklimmen (Öffnungszeiten: Ap- ril-Okt. Mo.-Do. 9.30-18.30, Fr.-So. bis 19.00; Nov.-März bis 17.30 bzw. 18.00 Uhr).
Am Rondell des Großen Sterns steht das Nationaldenkmal für Bis¬ marck, 1901 von Reinhold Begas geschaffen. Daneben erkennt man Generalfeldmarschall Moltke (von Joseph Uphues, 1905) und Kriegs¬minister von Roon (von Harro Magnussen, 1904). Auch diese drei standen einst vor dem Reichstag.

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Tegel & Tempelhof

Tegel
Mit Tegel verbinden sich zwei Namen: Humboldt und Borsig. Die Gebrüder Humboldt sind hier aufgewachsen, August Borsig legte den Grundstein zu seinem Maschinenbau-Imperium, von dem noch das doppeltürmige Werkstor von 1898, der Borsigturm, kündet.
Nördlich vom Tegeler Hafen liegt in der Adelheid-Allee das Tegeler Schloss, um 1550 Landsitz Kurfürst Joachims II., dann Jagdschloss des Großen Kurfürsten und seit 1765 – bis heute – im Besitz der Fa¬milie von Humboldt. Wilhelm von Humboldt ließ es 1822 bis 1824 von Karl Friedrich Schinkel in klassizistischem Stil umbauen; von diesem stammt auch die Bemalung im Vestibül, im Antikensaal, im Blauen Salon und in der Biblio¬thek. Die vier Ecktürme entwarf Christian Daniel Rauch; sie tragen Reliefs der acht antiken Windgöt¬ter. Insbesondere die Sammlung von Originalen und Abgüssen anti¬ker Skulpturen, die Wilhelm von Humboldt als Gesandter in Rom zusammengetragen hat, interessiert bei einer Führung (Führungen: Mai-Sept. nur montags 10.00- 12.00 und 15.00- 17.00 Uhr).
Der Park wurde 1792 als Barockgarten und 32 Jahre später von Schinkel umgestaltet. Eine Lindenallee führt an der Humboldteiche vorbei zur Grabstätte der Familie. Wilhelm von Humboldt ließ sie nach dem Tod seiner Frau Caroline (f 1829) von Schinkel errichten. In der Mitte steht eine ionische Granitsäule mit einer Nachbildung der »Hoffnung« des dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen (Öff¬nungszeiten: Mai-Sept. nur montags 10.00- 18.00 Uhr).
Das Gelände des heutigen Flughafens war um 1870 Schießplatz der Gardefüseliere; 1909 landete hier Graf Zeppelin mit seinem Luftschiff Z 3. Später wurde es dann zum Übungsgelände für das Berliner Luft¬schifferbataillon, schließlich Raketenversuchsgebiet, auf dem Her¬mann Oberth und Wernher v. Braun 1931 ihre ersten Raketenversu¬che unternahmen. Während der Berlin-Blockade 1948/1949 wurde das Areal erstmals als Flugplatz genutzt und die 2400 m lange Lande- und Startbahn, damals die längste Europas, angelegt. Anschließend wurde es französischer Militärflugplatz, ab 1960 auch für zivilen Luftverkehr genutzt. 1969 begann nach einem Entwurf der Architek¬ten v. Gerkan, Marg und Nickels der Ausbau zum heutigen Flugha-fen der am 1.September 1975 voll in Betrieb genommen wurde.

Tempelhof
Tempelhof verdankt seinen Namen den Tempelrittern, die es 1247 gründeten. Lang gestreckt nach Süden, zeigt Tempelhof vom Groß- flughafen bis zum Bauernhof alle Formen von Architektur, Wirt¬schaft und Verkehr. Eines der Wahrzeichen ist das 72 m hohe Ull¬steinhaus jenseits des Teltowkanals, 1927 als erstes Stahlbeton-Hoch¬haus Berlins erbaut. Die Kultur hält u. a. das Veranstaltungszentrum ufa-Fabrik am Ende des Tempelhofer Damms hoch.
Der einstige Truppenübungsplatz auf dem Tempelhofer Feld lockte auch Flugpioniere: 1883 wollte der Maler Arnold Böcklin mit zwei selbst gebauten motorlosen Doppeldeckern in die Lüfte steigen, scheiterte aber an Windböen; 1908 gelang den Brüdern Orville und Wilbur Wright ein 19-minütiger Motorflug. 1923 wurde der kom¬merzielle Flughafen in Betrieb genommen und zwischen 1936 und 1939 nach Plänen von Ernst Sagebiel im typischen Monumentalstil des Nationalsozialismus ausgebaut, der damit eines der größten zu¬sammenhängenden Gebäude der Erde schuf: Der gesamte Gebäude¬viertelkreis misst 1,2 km, die Flugsteighalle ist 400 m lang. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die Amerikaner Tempelhof. Erst 1950 konnte der zivile Flugverkehr wieder aufgenommen werden, ein Jahr später eröffnete man den Zentralflughafen Tempelhof, doch von 1975 an wurde der Linienflugverkehr über Berlin-Tegel geleitet. Bis zum Fall der Mauer blieb Tempelhof Militärflughafen; seither ist er Regionalflughafen, was mit dem Ausbau von Schönefeld ein Ende haben wird.
Auf dem Platz der Luftbrücke vor dem Haupteingang des Flughafens reckt sich seit 1951 das Mahnmal zur Erinnerung an die Blockade Berlins (1948/1949) in die Luft. Von Juni 1948 bis zum Mai 1949 versorgte die von den US-Generälen Clay und Wedemeyer organi¬sierte Luftbrücke Berlin mit allen lebensnotwendigen Gütern und brachte die sowjetische Blockade zum Scheitern. Die 20 m hohe Skulptur von Eduard Ludwig, »Hungerkralle« genannt, symbo¬lisiert die drei Luftkorridore, die Berlin mit den Westzonen Deutschlands verbanden.
Der dörfliche Ursprung Tempel¬hofs lässt sich noch an drei hüb¬schen Kirchen festmachen. Die Tempelhofer Dorfkirche am Rein-hardtplatz geht mit ihrem frühgoti¬schen Apsissaal auf das Jahr 1250 zurück; ihr Flügelaltar von 1596 ist eine Kopie des von Lucas Cra- nach d. Ä. 1506 geschaffenen Torgauer Katharinenaltars.
Die Mariendorfer Kirche wurde zu Beginn des 13. Jh.s im spätrömi¬schen Stil erbaut. Im breiten barocken Westturm mit dem hölzernen Turmaufsatz, der von einer geschweiften Kupferhaube aus dem Jahr 1737 gekrönt wird, läutet noch immer die alte Glocke von 1480.
Die Marienfelder Dorfkirche ist eine der ältesten Kirchen der Mark Brandenburg und Berlins. Sie wurde von Templern aus Feldsteinen und Findlingen um 1220 errichtet und 1318 vom Johanniterorden übernommen. 1435 wurde sie an Berlin und Cölln übergeben.

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