Neuer Garten & Ruinenberg

Neuer Garten
Der am Fuße des Pfingstbergs gelegene Neue Garten erstreckt sich auf 74 ha am Westufer des Heiligen Sees bis zum Jungfernsee. Schon im 18. Jh. wird das Terrain als »Weinberg des Königs« erwähnt. 1783 kaufte der Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm II. hier einen Weingarten mit Lusthaus, den er 1787 bis 1791, angeregt durch das Vorbild der Wörlitzer Parkanlage, von Johann August Eyserbeck d. J., Sohn des Wörlitzer Gartenarchitekten, zu einem »sentimenta¬len« Landschaftsgarten gestalten ließ.

Spaziergang durch den Neuen Garten
Am Haupteingang beginnt die Hauptallee. Von ihr sieht man zum Südende des Heiligen Sees mit der 1794 von Langhans vollendeten Gotischen Bibliothek. Links der Allee liegt das Holländische Etablis¬sement mit Damenhaus, Pferdeställen und Wagenremisen, 1789/ 1790 nach Plänen von Gontard und Andreas L. Krüger entstanden.
Zwei Jahre später war zwischen Holländischem Etablissement und dem Marmorpalais die von Carl Gotthard Langhans entworfene Orangerie vollendet, die mit einer Sphinx von Michael Christian Wohler, zwei schwarzen Wächtern von Gottfried Schadow und der Isis-Statue zum See hin ägyptisch anmutet. Hier erhielt 1812 Fried¬rich Wilhelm III. die Nachricht über die »Konvention von Taurog¬gen«, die den Abfall Preußens von Napoleon einleitete.
Das Hauptgebäude des Neuen Gartens ist das 1787 bis 1791 als Som- mersitz für König Friedrich Wilhelm II. erbaute Marmorpalais. Die¬ses frühklassizistische Schloss mit roter Backsteinfassade und Schmuck aus grauem schlesischen Granit wurde von Karl von Gon¬tard begonnen und von Langhans zu Ende gebracht, der 1797 auch die Seitenflügel anbaute. Nach der Restaurierung kann man den Konzertsaal und die im Obergeschoss liegenden sog. Gesellschafts¬zimmer auf einem Rundgang mit wunderbaren Aussichten auf die Seen und die Gärten genießen, wie ihn schon Langhans konzipiert hatte (Öffnungszeiten: April-Okt. Di.-So. 10.00-17.00; Nov. bis © März nur Sa. und So. 10.00 bis 16.00 Uhr). Die Pyramide nördlich vom Marmorpalais, ebenfalls von Langhans, wurde als Speisekühl¬schrank und Eiskeller genutzt.
Direkt hinter dem nördlichen Eingang des Neuen Gartens liegt die gotisch anmutende Meierei, 1791 von Langhans erbaut und 1844 von Persius mit dem Anbau eines Pumphauses für die Gartenbewäs¬serung verändert und im normannischen Burgenstil umgestaltet.
Am Nordrand des Neuen Gartens versteckt sich hinter Bäumen der Cecilienhof, letzter Schlossbau der Hohenzollern in Preußen. Er wur¬de 1913 bis 1917 im Auftrag des Kronprinzen Wilhelm von Paul Schultze-Naumburg im englischen Landhausstil errichtet, der um fünf Innenhöfe malerische Fachwerkbauten gruppierte. 1918 floh der Kronprinz ins holländische Exil; nach seiner Rückkehr 1923 wurde den Hohenzollern Wohnrecht auf Cecilienhof gewährt. Im Februar 1945, zwei Monate vor der Bombardierung Potsdams, verließ die Fa¬milie die Stadt und verlor damit ihr Wohnrecht.
Vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 trafen sich im Cecilienhof die Führer der Siegermächte – Stalin für die UdSSR, Truman für die USA und Churchill für Großbritannien, der nach verlorenen Wahlen von Attlee abgelöst wurde – und legten mit dem Potsdamer Abkom¬men die politische Ordnung in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg fest. Für die Konferenz wurden 36 Zimmer des Schlosses sowie der Sitzungssaal mit Möbeln aus ver¬schiedenen Potsdamer Schlössern hergerichtet. Die Räume sind in ih¬rem Zustand von 1945 belassen; besonderer Anziehungspunkt ist der Sitzungssaal mit dem runden Verhandlungstisch (Öffnungszei¬ten: April-Okt. Di.-So. 9.00 bis 17.00, Nov.-März bis 16.00 Uhr). Große Teile des übrigen Schlosses gehören zu einem Nobelhotel.

Ruinenberg
Der 74 m hohe Ruinenberg hat seinen Namen von der auf ihm thronenden Ruinenlandschaft . Friedrich 11. hatte hier ein 4000 m fassendes Wasserbecken zur Versorgung der Fontänen, Springbrun¬nen und Treibhäuser des Parks von Sanssouci ausheben lassen und beauftragte Knobelsdorff, es durch eine Ruinenarchitektur zu ver¬schönern. Knobelsdorff und der Dekorationsmaler der Berliner Ita¬lienischen Oper, Innocente Bellavita, arrangierten ein Stück Rund¬wand eines Amphitheaters, einen Rundtempel mit eingestürztem Kuppeldach, drei ionische Säulen sowie eine vierte, umgestürzte Säu¬le. 1845 ließ Friedrich Wilhelm IV. einen Wachturm anfügen, der 1945 bis auf die heute noch stehende Ruine zerstört wurde. Die An¬lage erfüllte ihren Zweck allerdings nicht: Nur einmal, am Karfreitag 1754, wurden die Schleusen des halb gefüllten Wasserbeckens ge¬öffnet. Die Fontäne vor der Bildergalerie schoss empor, um bald wie¬der zu versiegen. Erst mit dem Bau des Pumphauses an der Havel 1841 (►Breite Straße, Moschee) konnte das Reservoir eingesetzt wer¬den. Dennoch: Vom Ruinenberg hat man einen großartigen Blick auf Schloss und Park Sanssouci.

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