Museumsinsel

Die weltberühmte, zwischen Spree und Kupfergraben gelegene Mu¬seumsinsel, in 2000 von der UNESCO in das Weltkulturerbe aufge-nommen, ist das älteste Berliner Kunstzentrum. Seinen Ursprung hat es im 1830 eröffneten Alten Museum, das auf Erlass König Friedrich Wilhelms III. die Kunstschätze der königlichen Schlösser öffentlich zugänglich machen sollte. Friedrich Wilhelm IV. bestimmte 1841 das gesamte Gelände dahinter zu einem »der Kunst und der Altertums¬wissenschaft geweihten Bezirk«. 1843 bis 1855 entstand jenseits der Bodestraße das Neue Museum. Die rechts etwas zurückgesetzt liegen¬de Nationalgalerie wurde 1876 eingeweiht, und 1904 folgte jenseits der Stadtbahn das Kaiser-Friedrich-Museum, das heutige Bodemu¬seum. Im Jahr 1909 begann der Bau des Pergamonmuseums, das je¬doch erst 1930 fertig gestellt war.
Unter Wilhelm von Bode (1845- 1929), der von 1872 bis 1920 – seit 1905 als Generaldirektor der Museen – im Amt war, gelangten die Sammlungen zu Weltgeltung, vergleichbar mit dem Pariser Louvre, der St. Petersburger Eremitage oder dem British Museum und dem Victoria and Albert Museum in London. Im Zweiten Weltkrieg wur¬den die Gebäude auf der Insel zu etwa 70% zerstört. Die vorher aus- gelagerten Kunstgegenstände hatten den Krieg zum Großteil tiber- standen, waren jedoch im geteilten Berlin verstreut. Der Gedanke, die Museumsinsel entsprechend der Anordnung der Vorkriegszeit als übcrgreifende Darstellung der Hochkulturen der Welt von den Su¬merern bis zur Malerei des Expressionismus zu reorganisieren, soll zumindest teilweise realisiert werden.
Auch architektonisch soll sich die Museumsinsel verändern. Ein 1999 verabschiedeter Masterplan sieht – neben dem Umbau der Einzelmu¬seen – bis voraussichtlich 2010 weitere große Baumaßnahmen vor. So soll durch die Auslagerung der meisten Nebenfunktionen zusätzli¬che Ausstellungsfläche geschaffen werden und vor allem ein zentrales Eingangsgebäude entstehen.
Altes Museum
Das 1830 eröffnete Alte Museum von Karl Friedrich Schinkel ist ne¬ben dem Fridericianum in Kassel (1779) und Klenzes Glyptothek in München (1816-1830) der älteste Museumsbau Deutschlands und somit das älteste Museum in Berlin. Zwei Skulpturen – links Albert Wolffs »Jüngling zu Pferde«, rechts die »Berittene Amazone« von Au¬gust Kiß – flankieren die Freitreppe zur Vorhalle, die von 18 ioni¬schen Säulen getragen wird; die lateinische Portalinschrift widmet das Haus »Dem Studium des Altertums und der Schönen Künste«. Herzstück des Museums ist die großartige, dem römischen Pantheon nachempfundene 23 m hohe Rotunde, deren umlaufende Galerie 20 korinthische Säulen stützen.
Die Antikensammlung geht zum großen Teil auf das 1830 gegründete Antiquarium zurück und wird im Pergamonmuseum und seit Mai 1998 im Alten Museum – dort Kunst und Skulptur der Griechen und Römer – gezeigt.
Der derzeitige Rundgang durch das Hauptgeschoss umfasst 30 sog. Kompartimente und beginnt mit Kykladenidolen aus dem 3. Jt. v. Chr.; die archaische Zeit ist mit Stücken aus Olympia und den Stadtstaaten wie Athen, Sparta und Korinth vertreten. Aus klassi¬scher Zeit stammen Helden- und Götterbilder wie die attische Schale des Sosias-Malers mit dem Bildnis Achills, der Patroklos verbindet. Die weiteren Kompartimente präsentieren Plastiken, Va¬sen und Alltagsgegenstände nach Themen wie Sport, Fest und Ge¬lage, Götter, Die griechische Stadt, Frauenleben und enden mit Beispielen römischer Kunst. Die Schatzkammern präsentieren im Kompartiment 8 Gold- und in Nr. 20 Silberarbeiten.
Für mehrere Jahre – bis zur Fertigstellung des Neuen Museums – ist das Obergeschoss des Alten Museums provisorische Heimat des Ägyptischen Museums, dessen Standort in Charlottenburg aufgege¬ben worden ist. Aus Gründen der Statik können hier nicht die ge¬wichtigen Stücke gezeigt werden, doch ist natürlich die 1912 ge¬fundene Kalksteinbüste der Königin Nofretete (um 1350 v. Chr.), Ehefrau des Pharaos Echnaton, vielleicht die »berühmteste Berline¬rin«, zu sehen; ebenso die so genannte Familienstele mit der Dar¬stellung von Nofretete und Echnaton mit drei ihrer sechs Töchter, der »Spaziergang im Garten« (bemaltes Relief mit Darstellung des jugendlichen Königspaares), die Porträtmasken aus der Bildhauer¬werkstatt des Thutmosis in Amarna, der kleine Ebenholzkopf der Königin Teje, Mutter des Echnaton (um 1370 v. Chr.), die fast voll¬ständig erhaltene, aber unvollendete Statue des Königs Echnaton und der »Berliner Grüne Kopf« (um 300 v. Chr.).
Neues Museum
Das 1843 bis 1847 nach Plänen von Friedrich August Stüler errich- tete Neue Museum, dessen Innenräume, unter denen ein pompö¬ses Treppenhaus herausragt, aber erst 1855 fertig gestellt wurden, erlitt im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden, mit deren Beseiti¬gung man erst 1986 begonnen hat. Hier waren die ägyptologischen Sammlungen untergebracht. Das Museum wird vollständig restau¬riert. Nach der Fertigstellung sollen voraussichtlich ab 2009 die Sammlungen aus dem Ägyptischen Museum hier präsentiert wer¬den, womit die Stücke an ihren angestammten Ort zurückkehren.

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