Museumsinsel 2

Alte Nationalgalerie
Die Alte Nationalgalerie wurde 1866 bis 1876 nach Plänen von Friedrich August Stüler und Johann Heinrich Strack erbaut. Über dem Eingangsportal thront ein 1886 von Alexander Calandrelli ge¬schaffenes bronzenes Reiterstandbild von König Friedrich Wilhelm IV. Auch die Nationalgalerie hat unter den Nazis und dem Zweiten Weltkrieg gelitten. Ein guter Teil der Sammlung deutscher Expres-sionisten wurde zunächst zur skandalösen Ausstellung »Entartete Kunst« nach München gebracht und anschließend zu Schleuderprei¬sen verkauft, ein weiterer Teil ver¬brannte während der Auslagerung in den Friedrichshainbunker.
Der Rundgang beginnt in der Skulpturenhalle, in deren Mitte Schadows berühmtes Doppelstand¬bild der Schwestern Kronprinzessin Luise und Prinzessin Friederike steht (►Abb. S.46). Links geht es weiter mit dem Thema Realismus; der Flöhepunkt hier sind die Werke Adolph Menzels, beginnend mit dem »Flötenkonzert in Sanssouci« (►Abb. S.351 ) über »Das Balkon¬zimmer« und endend mit »Eisenwalzwerk« von 1875. Daran schließt sich die Malerei der Gründerzeit an, wo die Werke Max Klingers he¬rausragen; die beiden letzten Säle beschäftigen sich mit Secession und Jahrhundertwende, hier u.a. Franz von Stuck »Die Sünde« und »Tilla Durieux als Circe« sowie Max Beckmann »Sterbezimmer«.
Das Treppenhaus hinauf zum ersten Stock umläuft ein Fries mit Größen der deutschen Geschichte, Kunst und Wissenschaft. Liier be¬ginnt der Gang mit den Deutschrömern Arnold Böcklin (»Totenin¬sel«), Anselm Feuerbach, Plans von Marees und Adolph von Hilde¬brand, die in den Saal der französi¬schen Impressionisten überleiten, wo Meisterwerke wie Manets »Wintergarten« oder Cözannes »Mühle an der Couleuve bei Pon¬toise« hängen, das erste überhaupt in einem Museum ausgestellte Werk von ihm. Die weiteren Säle präsentieren u. a. Wilhelm Leibi und seinen Kreis, Realismus in Deutschland und Österreich (Plans Thoma, Spitzweg), Max Lieber¬mann, die Münchener Schule, His¬torienmalerei und Salonidealismus.
Das zweite Obergeschoss führt durch Goethezeit, Romantik und Biedermeier. Den meisten Raum nehmen hier Schinkel als Maler feiner Landschaften sowie Caspar David Friedrich (u.a. »Abtei im Eichwald«) ein. In drei Räumen sind Berliner Ansichten u. a. Von Eduard Gaertner und J. E. Hummel versammelt; den Abschluss bil¬den die Kartons zu den Fresken im Göttersaal der Münchener Glyp¬tothek von Peter Cornelius.
Pergamonmuseum
Das nach Plänen von Alfred Messel und Ludwig Hoffmann von 1909 bis 1930 erbaute Pergamonmuseum gehört zu den ältesten Museen seiner Art überhaupt und vereint die Antikensammlung, das Vorder¬asiatische Museum und das Museum für Islamische Kunst.
Die Antikensammlung belegt den größten Teil des Hauptgeschosses im Pergamonmuseum. Im Zentrum der Präsentation steht der re- konstruierte Zeusaltar aus Pergamon, ein Weihegeschenk von König
Eumenes an Zeus und Athene, der Schutzgöttin der Stadt Pergamon in Kleinasien (heute das türkische Bergama). Der um 180 bis 160 v. Chr. geschaffene Altar wurde 1902 von Carl Humann nach Ber¬lin gebracht. Von einzigartiger Kunstfertigkeit der griechischen Steinmetze zeugt der einst den ge¬samten Altar umlaufende Fries mit der Darstellung des Kampfes der Götter gegen die Giganten. Weitere große Beachtung verdienen die wertvollen Beispiele frühhellenistischer Baukunst aus Priene, Magne¬sia und Milet sowie die Skulpturen aus Milet, Samos, Naxos und At¬tika in den Sälen links vom Pergamonaltar. Aus römischer Zeit, aber doch eindeutig hellenistischen Stils, stammt das großartige Markttor von Milet im Saal rechts vom Pergamonaltar (165 v. Chr.); wunder¬bar auch ein Fußbodenmosaik aus dem römischen Gerasa im heuti¬gen Jordanien (3. Jh. n. Chr).
Das Vorderasiatische Museum im rechten Flügel des Hauptgeschos- ses zeichnet ein umfassendes Bild von 4000 Jahren Geschichte, Kunst und Kultur Vorderasiens. Die Funde stammen größtenteils aus zwi- schen 1898 und 1917 durchgeführten Grabungen der Deutschen Orientgesellschaft. Monumentale Prunkstücke sind das Ischtar-Tor, die Prozessionsstraße und Teile der Kronsaalfassade aus Babylon aus der Zeit Nebukadnezars II. (603-562 v. Chr.). Zu den altvorderasia¬tischen Monumentalarchitekturen zählen die Stiftmosaikwand (um 3000 v. Chr.) und die Backsteinfassade (etwa 1415 v. Chr ) aus dem Eanna-Heiligtum in Uruk; einzigartig das Riesenvogelstandbild vom Teil Halaf (um 900 v. Chr.), die Siegesstele des Asarhaddon von Assy¬rien (680-669 v. Chr.) und das große Löwentor der Burg von Sendschirli.
Das Museum für Islamische Kunst im Obergeschoss ist eine Grün- düng Wilhelm von Bodes (1904). Anlass war die Schenkung des heu- te noch wertvollsten Stücks, der Fassade des Wüstenschlosses Mschatta in Jordanien (8. Jh.), die der türkische Sultan Kaiser Wil¬helm II. vermachte. Außerdem werden das Aleppo-Zimmer vom Be¬ginn des 17. Jh.s, eine Gebetsnische aus der Maidan-Moschee in Ka- schan (13. Jh.), ein Prachtkoran und eine Gebetsnische der Safawi- den (16. Jh.), iranische Steinwangen aus dem 14. Jh., persische und indische Miniaturen, Teppiche und Schnitzereien gezeigt.

Bodemuseum
Das Bodemuseum, entworfen von Ernst von Ihne, ragt mit seinem Kuppelbau in die Spree hinaus. Nach langer Renovierung ist es seit Herbst 2006 wieder geöffnet. Tageslicht fällt in die Große Kuppelhal¬le auf die Reiterstatue des Großen Kurfürsten und die fünf Medai¬llons mit den Bildnissen preußischer Kaiser und Könige, die sich als Förderer der Künste Verdienste erworben haben. Die Marmorintar¬sien des Fußbodens der Basilika sind wieder hergestellt und das Tie- polo-Kabinett ist rekonstruiert worden. In dieser Umgebung zeigen die Skulpturensammlung, das Museum für Byzantinsche Kunst und die Gemäldegalerie ca. 1700 Skulpturen von der Spätantike bis zum ausgehenden 18. Jh. und ca. 150 Gemälde. Hinzu kommt das Münz¬kabinett – und ein sehr schönes Cafe in der Rotunde.

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