Innenstadt

Die nachfolgende Beschreibung der Potsdamer Innenstadt kann man als Rundgang absolvieren. Vom Potsdamer Hauptbahnhof, nun in das neue, gigantische Potsdam Center integriert, erreicht man in we¬nigen Minuten über die Lange Brücke den Alten Markt.
Bis in die 1930er-Jahre hinein war der Alte Markt das Stadtzentrum on Potsdam. Hier ließ der Große Kurfürst 1664 bis 1670 das später mehrfach umgestaltete Stadtschloss errichten. Ab 1750 erfolgte die barocke Umgestaltung des Platzes durch Georg Wenzeslaus von Kno- bclsdorff u. a. Bei dem Bombenangriff der Alliierten am 14. April 1945 brannte das Stadtschloss völlig aus. Trotz großer Proteste wurde es 1960/1961 abgerissen. Pappelreihen markieren heute seinen Grundriss; sein Fortuna-Tor, von Jean de Bodt 1701 zur Erhebung Preußens zum Königtum errichtet, ist wieder aufgebaut. Der Wie¬deraufbau des Schlosses als Sitz des Landtags ist beschlossen.
Heute überragt die Nikolaikirche den Platz. Sie geht zurück auf eine 1721 bis 1724 von Philipp Gerlach erbaute Saalbaukirche, die 1795 abbrannte. Der Wiederaufbau verzögerte sich bis 1830. Dann ent¬schied man sich für den von Karl Friedrich Schinkel vorgeschlagenen Kuppelbau ähnlich der Londoner St. Pauls Cathedral. 1837 wurde der unter Ludwig Persius – allerdings mit Flachdach – ausgeführte Bau geweiht; die 78 m hohe Kuppel kam erst nach Schinkels Tod, in der Bauphase 1843 bis 1849, auf Befehl Friedrich Wilhelms IV. hin¬zu. Der Innenraum wurde 1849 teils nach vorhandenen Dekoratio¬nen, teils nach Schinkelschen Plänen neu gestaltet.
Der von Knobelsdorff entworfene und im Zweiten Weltkrieg zerstör¬te Obelisk auf dem Platz wurde 1979 neu erbaut, dabei ersetzte man die ursprünglich angebrachten Bildnisse preußischer Herrscher durch solche preußischer Baumeister.
Das Alte Rathaus ist der vierte Rathausbau am Alten Markt und wur¬de 1753 bis 1755 von Johann Boumann d. Ä. in palladianischem Klassizismus mit reichem Fassadenschmuck erbaut. Weithin sichtbar trägt auf dem Turm der vergoldete Atlas die Weltkugel.
Das dreigeschossige, von Knobelsdorff entworfene Bürgerhaus rechts daneben spiegelt die ursprüngliche Bebauung des Alten Markts bis zur Zerstörung 1945 wider.
Gegenüber vom Alten Markt sieht man den lang gestreckten Mar¬stall, einzig erhaltener Rest des Schlosskomplexes, der aus Stadt¬schloss und Lustgarten bestand. 1685 als Orangerie nach Plänen von Johann Arnold Nehring erbaut, wurde das Gebäude nach 1714 in ei¬nen Pferdestall umgewandelt. Seine heutige Form erhielt es 1746 durch Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff.
Seit 1981 beherbergt der Marstall das Potsdamer Filmmuseum. Tech¬nisch nicht so ausgebufft wie die neue Konkurrenz am Potsdamer Platz in Berlin, zeigt es aber acht Jahrzehnte Babelsberger Filmge¬schichte mit nicht minder beeindruckenden Originalstücken, etwa von Zarah Leander, Lilian Harvey und vor allem Hans Albers. Emig¬ration und Nazi-Zeit spielen ebenso eine Rolle wie die DEFA-Ära, letztere durch Erfolgsgeschichten wie den »DDR-Winnetou« Goijko Mitic genauso dokumentiert wie durch Beispiele staatlicher Zensur (Öffnungszeiten: tgl. 10.00- 17.00 Uhr).
Hinter dem Marstall kommt man zum um 1680 angelegten Neuen Markt. Sein Mittelpunkt ist der Kutschstall, 1671 erbaut und 1787 bis 1789 von Andreas Ludwig Krüger mit prachtvoll verziertem Por¬tal versehen; es hat das Haus der brandenburgisch-preußischen Ge¬schichte aufgenommen (Öffnungszeiten: Di.-So.10.00-18.00, Mi. bis 20.00 Uhr). Im Haus Neuer Markt 1 (1753) soll Wilhelm von Humboldt geboren worden sein; sicher ist, dass hier bis 1786 der spätere König Friedrich Wilhelm II. wohnte. Die Königliche Rats¬waage befand sich bereits seit 1735 am Neuen Markt, das jetzige Ge-bäude der städtischen Ratswaage stammt von 1836.
Vom Neuen Markt geht es weiter zur Yorckstraße. Die einstige Prachtstraße hieß ursprünglich Am Kanal, denn hier verlief seit Ende des 17. Jh.s der Stadtkanal, so dass man sich hier an einer holländi¬schen Gracht wähnte. Der Kanal wurde in den 1960er-Jahren zuge¬schüttet; einTeilstück wurde inzwischen wieder hergestellt. Von den Häusern blieben Nr. 2 (1783), die Happe-Röhrichtschen Häuser Nr. 3 und 4 (1822 bis 1833) und Nr. 19/20, 1776 nach Entwürfen von Gontard für den Glasschleifer Brocke erbaut.
Der Bassinplatz östlich der Friedrich-Ebert-Straße entstand gleichzei¬tig mit dem Holländischen Viertel. Seinen Namen erhielt er, als un¬ter Friedrich Wilhelm I. 1737 bis 1739 ein Wasserbecken gebaut wur¬de, das mit dem Heiligen See per Kanal verbunden war. 1863 wurde es zugeschüttet. Heute wird hier im Schatten der von Stüler entwor¬fenen Peter-und-Pauls-Kirche (1870) täglich Markt abgehalten; be¬merkenswerter ist aber die an das römische Pantheon erinnernde Französische Kirche in der Südostecke, wahrscheinlich von Knobels¬dorff entworfen und 1752/ 1753 von Boumann d. Ä. ausgeführt.

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