Innenstadt 2

Vom Bassinplatz kommt man gleich ins Holländische Viertel, 134 wirklich bezaubernde Häuser, entstanden von 1732 bis 1742 in der Erwartung holländischer Einwanderer. Nach Plänen von Johann Boumann d. Ä. wurden vor allem fünfgeschossige Traufen- und drei-achsige Backstein-Giebelhäuser gebaut, geschmückt mit weißgrünen Portaldekorationen und Fensterläden. Sie sind heute liebevoll restau¬riert und haben allerlei Läden (viel Kunsthandwerk), Kneipen und Ca¬fes aufgenommen. Nur die Vorgär¬ten, die einst zu jedem Haus gehör¬ten, fehlen.
Die von der Peter-und-Pauls-Kir- che wegführende, 1735 angelegte Brandenburger Straße endet am Luisenplatz. Sie ist seit Ende des 19. Jh.s Hauptgeschäftsstraße von Potsdam und zeigt sich heute als Fußgängerzone. Theodor Storm wohnte während seines Assessorats am Potsdamer Kreisgericht (1853-1856) im Haus Nr. 70. Potsdamer jüngere Geschichte be¬gegnet in der Gedenkstätte im Haus Nr. 54 der querenden Lin¬denstraße: Hier, im 1737 erbauten Großen Holländischen Haus, war das Untersuchungsgefängnis der Stasi – die damit nahtlos an die »Tradition« anknüpfte, denn auch der sowjetische Geheimdienst NKWD und die Nazijustiz verhör¬ten hier Menschen, die zu laut eine andereMeinung vertraten. Der Luisenplatz ist für die meisten Potsdambesucher Ausgangspunkt der Besichtigung von Park und Schloss Sanssouci, denn von seiner Nordwestecke geht die kurze Allee nach Sanssouci ab. Den Platz be- herrscht das 1770 zur Erinnerung an den Siebenjährigen Krieg er- richtete Brandenburger Tor. Die Fassade zur Brandenburger Straße stammt von Gontard, die Fassade zum Platz gestaltete Unger. Auf der Attika thronen Mars und Herkules.
Die Brandenburger Straße zurück, biegt man rechts ab auf die Dor- tustraße zur Breiten Straße. Unter Kurfürst Friedrich Wilhelm 1668 angelegt, führte sie vom Stadtschloss zu dem nordwestlich gelegenen Dorf Golm. 1945 wurde die einstige Prachtstraße zerstört, heute er- innern nur wenige Gebäude an den einstigen Glanz. Wo Dortu- und Breite Straße sich kreuzen, verlief bis Mitte der 1970er-Jahre der un¬ter Friedrich Wilhelm I. angelegte Stadtkanal.
An der Ecke Dortu-/ Breite Straße steht das viergeschossige ehern. Militärwaisenhaus, 1722 von Friedrich Wilhelm I. gegründet. Wäh-rend des Siebenjährigen Kriegs waren hier über 2000 Soldatenwaisen untergebracht. Karl Ludwig von Gontard baute es 1771 bis 1778 zu seiner heutigen Gestalt um.
Das Doppelhaus gegenüber – die sog. Hiller-Brandtschen Häuser – wurde 1769 von Georg Christian Unger in Anlehnung an den Lon-doner Whitehall Palace erbaut.
Hier zeigt das Potsdam-Museum seine Ausstellungen zu Geschichte und Kunst; im Gebäude Breite Straße 13 gibt es Ausstellungen zu Natur und Umwelt sowie ein Aquarium. Zum Museum gehört auch die Ausstellung »Potsdam und der 20. Juli 1944« im Ministe¬rium für Stadtentwicklung, Hen- ning-von-Tesckow-Str. 2-8 (Öff¬nungszeiten: jeweils Di.-So. 9.00 bis 17.00 Uhr).
Auf der Breiten Straße stadtaus¬wärts erreicht man – vorbei am di¬rekt an die Hiller-Brandtschen Häuser anschließenden Prediger-witwenhaus von 1664, dem ältesten Potsdamer Wohnhaus – an der Neustädter Havelbucht die »Mo¬schee«, nichts anderes als das 1842 nach Plänen von Persius erbaute Dampfmaschinenhaus des Wasser¬werks von Sanssouci. Von hier wurde das Wasser auf den Ruinen¬berg gepumpt, um die Wasserspiele
in den Gärten zu speisen (Öffnungszeiten: Mitte Mai-Mitte Okt. Sa. und So. 10.00-17.00 Uhr).
Auf der Breiten Straße zurück Richtung Lange Brücke passiert man das Rechenzentrum (1969-1972). Hier stand die 1732 bis 1735 von Philipp Gerlach erbaute Garnisonkirche, in der bis Herbst 1943 die Särge von Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. aufgebahrt waren.
Geschichte wurde hier geschrieben am 21. März 1933, dem »Tag von Potsdam«, als Hitler im Beisein des Reichspräsidenten von Hinden- burg den Reichstag eröffnete. 1968 wurde die Kirche abgerissen. Seit 1991 steht auf der Fläche hinter dem Rechenzentrum eine Nachbil¬dung des berühmten Glockenspiels der Kirche; ein erhaltenes Portal¬gitter ist beim Predigerwitwenhaus zu sehen.
Nur wenige Meter weiter zeigt eine spätbarock-klassizistische Fassade zur Straße, Überbleibsel des sog. Langen Stalls, der 1734 als Exerzier¬gebäude für die Winterübungen der Potsdamer Garnison entstand und 1781 von Unger umgebaut wurde.
Dann ist man wieder an der Langen Brücke. Unterhalb legen die Ha- veldampfer am Neuen Lustgarten an, der um die Ringerkolonnaden angelegt wurde, die einst Stadtschloss und Marstall verbanden.

Lesen Sie mehr: Vietnam Kambodscha Rundreise individuell | Mekong Delta cruise 2 days | Halong Bucht Kreuzfahrt | Vietnam 3 Wochen Rundreise | Croisière Mékong | baie d’halong terrestre ninh binh | visa vietnam en ligne | circuit vietnam cambodge 3 semaines | croisière vietnam cambodge

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply