Berlin von A bis Z 9

Deutsches Technikmuseum
Das Museum wurde als Museum für Verkehr und Technik 1983 in dem 1908 erbauten Wohn-, Fabrik- und Pferdestallgebäude der Markt- und Kühlhallengesellschaft an der Trebbiner Straße eröffnet. Mittlerweile gehören auch das Gelände des ehemaligen Bahn-betriebswerks Anhalter Bahnhof mit Ringlokschuppen, Beamten¬wohnhaus, Wasserturm und anderen Gebäuden dazu sowie der ehe-malige Anhalter Güterbahnhof.
Im Eingangsbereich werden Nachrichtentechnik, Papier- und Druck¬technik, Rechen- und Automationstechnik sowie Textilarbeit präsen¬tiert; u. a. sieht man einen Nachbau des 1936 vom Berliner Konrad Zuse konstruierten »Z1«, des ersten Computers der Welt, walzen-, platten- und lochkartengesteuerte Musik- und Produktionsgeräte und Computertechnik, auch werden Satz, Druck und Papierschöpfen vorgeführt. Danach geht es in die beiden Lokschuppen mit Lokomo¬tiven, Waggons und Bahnhöfen im Original und Modell von 1920 bis heute, darunter 40 Waggons ab 1843 und das Fürstenportal aus dem Anhalter Bahnhof. Im zweiten Lokschuppen wird zusätzlich Energietechnik erklärt.
Hinter den beiden Lokschuppen liegt das Beamtenhaus mit den Ab¬teilungen Fotografie, Film, wissenschaftliche Instrumente und Pro-duktions- und Haushaltstechnik, wozu auch eine museumseigene Kofferproduktion (beliebtes Souvenir) und Schmuckherstellung ge-hören. Daneben geht es in die historische Brauerei von 1910. Im Museumspark stehen Windmühlen und -räder, ein Wasserrad und ein Wasserturm sowie eine Solarstromanlage. Im Oldtimerdepot kann man über 70 Autos, Motorräder und Kutschen bestaunen.
Die Luft- und die Schifffahrt – mit vielen Originalflugzeugen – wird im Neubau präsentiert, der inzwischen zum Wahrzeichen des Mu¬seums geworden ist – dank der Douglas C-47 Skytrain, eines origina¬len »Rosinenbombers« der Luftbrücke, der darüber aufgehängt ist. Auf welchen Grundlagen viele der ausgestellten Geräte und Maschi¬nen funktionieren, zeigen über 250 Experimente in der interaktiv aufgezogenen Abteilung SPECTRUM – dazu gehören auch eine »He¬xenschaukel«, eine Nebelkammer und ein Foucaultsches Pendel im Lichthof.
Fernsehturm
Der Fernsehturm ist eines der markantesten Wahrzei¬chen Berlins. Seine Entstehung ist dem Umstand zu verdanken, dass die DDR eine landesweite Sendeanlage benötigte, sein Aussehen und seine Ausmaße entspran¬gen aber sicher auch dem Drang der DDR-Führung, ein Symbol für den sozialistischen Teil Deutschlands zu schaffen – angeregt durch Hermann Henselmann, den Architekten der Karl-Marx-Allee (► Friedrichshain), dem eine »sozialistische Höhendominante« vorschweb¬te. Mit dem Bau wurde am 4. August 1965 nach einem Entwurf der Architekten Fritz Dieter und Günter Fran¬ke in Zusammenarbeit mit schwedischen Ingenieuren begonnen. Schon am 3. Oktober 1969 konnte der Turm dann in Betrieb genommen werden. Mit 368 m Höhe (inkl. Antenne) ist er das höchste Bauwerk der Stadt. In 203 m Höhe befindet sich die Aussichtsplattform, 4 m darüber das Telecafe, das sich in einer halben Stun¬de einmal um die eigene Achse dreht. Bei gutem Wetter sieht man bis zu 40 km weit.
Der Fernsehturm, vom SED-Zentralorgan »Neues Deutschland« »Telespargel« genannt, erhielt vom Volk einige hübsch-subversive Spitznamen: »Imponierkeu¬le«, »Protzstengel« oder »St. Walter« (denn SED-Chef und Staatsratsvorsitzender Walter Ulbricht soll den Standort bestimmt haben). Mächtig geärgert aber ha¬ben sich die DDR-Oberen, als zum ersten Mal die Son¬ne auf die verspiegelte Kugel schien: Das Licht brach sich in Form eines Kreuzes, das als »Rache des Papstes« seither bei schönem Wetter über Berlin strahlt.

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