Telegrafenberg & Volkspark

Telegrafenberg
Der 94 m hohe Telegrafenberg verdankt seinen Namen einem 1832 auf ihm installierten optischen Telegrafen, dem vierten von insge-samt 61 Stationen der Strecke Berlin – Koblenz. Nach der Reichs¬gründung 1871 wurde der Berg Sitz wissenschaftlicher Institute: 1879 des Astrophysikalischen und 1890 des Meteorologischen Obser¬vatoriums, 1892 des Geodätischen Instituts. Heute firmiert er als »Wissenschaftspark Albert Einstein« und wird überwiegend vom Geo-Forschungszentrum Potsdam genutzt.
Nach wie vor zugegen ist das Astrophysikalische Institut, zu dem das Hauptgebäude mit drei Beobachtungskuppeln und das Refraktorge¬bäude mit dem viertgrößten Linsenteleskop der Welt gehören (Be¬sichtigung: Mai —Okt. Sa. und So. 11.00—18.00 Uhr). Bauliche Hauptattraktion aber ist der 18 m hohe, außergewöhnliche Einstein¬turm. Der in Ziegelbauweise ausgeführte, plastisch gestaltete Turm entstand zwischen 1919 und 1924 nach Plänen von Erich Mendel¬sohn zur Erforschung der von Einstein in der Relativitätstheorie prognostizierten Lichtkrümmung im Gravitationsfeld der Sonne und wird heute noch betrieben (Führungen bietet im Winterhalbjahr: Urania Verein, Tel. 03 31 / 29 17 41).
Volkspark
Das Bornstedter Feld war schon zu Preußens Zeiten Truppenübungs¬platz und blieb es auch bis zum Abzug der sowjetischen Truppen. Für die Bundesgartenschau 2001 wurde es als Erholungs- und Frei¬zeitpark wieder belebt. Zu großen Wiesenflächen und alten Bäumen gesellen sich Rosenbänder, Küchengarten, Riesenrutsche, Spielplätze, Skateranlage und die »Biosphäre Potsdam«, zur BUGA als hoch mo¬dernes, 200 m langes Gewächshaus erbaut und nun zur »Naturerleb¬niswelt« umfunktioniert, einer Mixtur aus Hightech-Museum und Tropenhaus (Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 9.00-18.00; Sa., So. und Fei. 10.00-19.00 Uhr).
Der Ortsteil Bornstedt liegt westlich und südlich des Volksparks. Auf dem Friedhof an der Ribbeckstraße sind u. a. Ludwig Persius (1803-1845), die Familie des Hofgärtners Johann Samuel Sello (1715-1787) sowie Peter Joseph Lenn6 (1789-1866) begraben. Ge¬denksteine erinnern an die Mitverschwörer des 20. Juli 1944 Hen¬ning von Tresckow und Ulrich Freiherr von Seil.
Am Bornstedter See liegt Krongut Bornstedt, 1846 nach einem Brand im italienischen Stil von Johann Heinrich Haeberlin wieder aufge- baut. Den Garten gestaltete Lenne. Das Mustergut des Kronprinzen- paares Friedrich Wilhelm und Victoria wurde restauriert und bietet nun außer einem Blick in die herrschaftlichen Räume einen Quer¬schnitt durch brandenburgische Handwerkstradition wie Brauerei mit Biergarten, Schnapsbrennerei, Glasbläserei, Töpferei, Zinngieße¬rei etc.

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Sanssouci 3

Neues Palais
Am Westende der Hauptallee baut sich das Neue Palais auf, der letzte und zugleich gewaltigste Schloss¬bau im Park, der als »Fanfaronade«
(= Prahlerei) nach dem eben been¬deten Siebenjährigen Krieg Preu¬ßens Macht und Glorie zum Ausdruck bringen und die Vorstellun¬gen Friedrichs II. von einem repräsentativen Sommersitz erfüllen sollte. Die Bauarbeiten begannen 1763 unter Büring, den 1765 Gon¬tard ablöste. In nur siebenjähriger Bauzeit entstand der dreigeschos¬sige, gut 240 m lange Bau mit eingeschossigen Eckpavillons. Die Fassaden schmückt ein allegorisch-mythologisches Figurenpro-gramm – allein vor den Pilastern und auf der Attika stehen 292 Sandsteinfiguren. Eigensinnig hielt der König an den Formen des Spätbarocks fest. So gilt das Neue Palais als letzte bedeutende Schlossanlage des preußischen Barocks und als charakteristisches Hauptwerk der späten friderizianischen Architektur. Das Neue Palais diente vor allem als Gästehaus des Hofes, wurde aber auch von der Königsfamilie bewohnt.
Die Gestaltung der Innenräume führte Gontard aus. Auffällig ist die Häufung von Motiven älterer preußischer Schlösser. Die rund 60 zu besichtigenden Räume sind mit Mobiliar und Porzellan heimischer Handwerker und Künstler sowie mit Gemälden ausgestattet, die zum großen Teil aus dem abgerissenen Stadtschloss stammen. Die Origi¬nalmöbel befinden sich im holländischen Doorn, wohin Kaiser Wil¬helm II. 1918 ins Exil gegangen war. Höhepunkte sind die Wohnräu- me Friedrichs II., das Gemäldekabinett im Unteren Fürstenquartier, das Ovale Kabinett, das Konzertzimmer im Oberen Fürstenquartier, der über zwei Etagen reichende Marmorsaal und das heute noch be¬spielte, 1768 eröffnete Schlosstheater.

Die prächtigen Zwillingsgebäude gegenüber dem Neuen Palais sind mitnichten weitere Paläste, sondern Wirtschaftsgebäude, die sog. Communs, 1766 bis 1769 nach Plänen von Jean Laurent Le Geay von Gontard ausgeführt. Im südlichen Gebäude befanden sich Küche und Wirtschaftsräume, durch einen unterirdischen Gang mit dem Neuen Palais verbunden, im nördlichen wohnte die Dienerschaft.
Durch das zur Gartenseite sich öffnende Rondell kommt man zum nördlich der Hauptallee stehenden Antikentempel, 1768 von Gon-tard nach einer Skizze Friedrichs II. errichtet. Er beherbergte zahlrei¬che Plastiken aus der Sammlung Friedrichs II., die 1829 größtenteils ins Alte Museum nach Berlin kamen.
Auch zum Freundschaftstempel von Gontard südlich der Hauptallee steuerte Friedrich II. 1768 den Entwurf bei. Er ist dem Andenken seiner Schwester gewidmet, der 1757 verstorbenen Markgräfin Wil¬helmine von Bayreuth.

Schloss und Park Charlottenhof
Das Gelände südlich des Freundschaftstempels wurde erst ab 1826 in den Park von Sanssouci einbezogen. 1825 erwarb Friedrich Wilhelm III. das Gelände von Charlotte von Gentzkow und schenkte es sei¬nem Sohn Kronprinz Friedrich Wilhelm. Karl Friedrich Schinkel und Peter Joseph Lenn6 setzten 1826 bis 1829 dessen Ideen zu Schloss und Landschaftspark um und schufen eines der vollkom¬mensten Ensembles des romantischen Klassizismus.
Das Schloss zeigt sich als eingeschossiger Bau, dessen mit einem Sat¬teldach versehener Mittelbau risalitartig vorspringt. Vor dem Eingang erstrecken sich eine Fontänenanlage mit der Statue des Neptun (1850) und der 1851 entstandene Dichterhain; auf der Rückseite öff¬net sich ein dorischer Giebelportikus auf eine künstlich aufgeschütte¬te Terrasse. Das Innere des Schlösschens wurde von Schinkel gedie¬gen in schlichtem bürgerlichen Klassizismus ausgestattet. Eines der behaglichsten Zimmer ist das Wohnzimmer, ganz in hellem Blau ge¬halten und mit Landschaftsaquarellen aus Italien und der Schweiz geschmückt; das überraschendste Zimmer des Baus ist das Zeltzim¬mer mit seiner gestreiften Tapete und der zeltartigen Deckenbildung. Es war das Schlafzimmer der Hofdamen, später Wohnzimmer von Alexander von Humboldt bei seinen Aufenthalten in Sanssouci.
In den Gärten konnte Lenne zusammen mit Schinkel und Persius, die die Bauten ausführten, seine Vorstellungen von einem englischen Landschaftspark verwirklichen. Im Westen des Schlosses legte er 1836 das Hippodrom an, ein Garten in Gestalt einer antiken Pferde¬rennbahn; das Fasanengehege mit Fasanerie westlich davon entstand 1841 bis 1844. Am Maschinenteich östlich vom Schloss baute Persius 1829 bis 1840 nach Schinkels Plänen die Römischen Bäder, acht Ge¬bäude im Stil italienischer Landhäuser: das als Gästewohnung erbau¬te Hofgärtnerhaus (1829), einen Teepavillon in der Art eines römi¬schen Podiumtempels (1830), einige Wohngebäude und das Römi¬sche Bad (1834-1840), dessen große Wanne aus grünem Jaspis ein Geschenk des russischen Zaren Nikolaus I. ist und in dem nun wech¬selnde Kunstausstellungen stattfinden (Öffnungszeiten: Mitte Mai bis Mitte Okt. Di.-So. 10.00-17.00 Uhr).

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Sanssouci 2

Park von Sanssouci
Obelisk und Obeliskportal, beide von Knobelsdorff, markieren den östlichen Beginn der Hauptallee. Die Hieroglyphen am Obelisken sind reines Schmuckwerk ohne Sinn; die Büsten am und beim Portal stellen römische Götter und Kaiser dar.
Südlich des Obeliskportals ließ Friedrich Wilhelm I. den Marlygarten anlegen, ursprünglich Küchengarten und 1850 von Lenne in einen zauberhaften Landschaftsgarten umgestaltet.
Er umgibt die 1845 bis 1848 als Gemeinschaftswerk von Persius, Hesse und Stüler errichtete Friedenskirche, die die Basilika San Cle- mente in Rom zum Vorbild hat. Wertvollstes Ausstattungsstück ist das in die Apsis eingefügte Mosaik aus der Kirche San Cypriano auf der Insel Murano bei Venedig (Ende 12. Jh.). Es wurde 1834 von Friedrich Wilhelm IV. erworben und ist eines von zwei Originalen italienisch-byzantinischer Mosaiken nördlich der Alpen. Unter dem Altar befindet sich die Grabstätte Friedrich Wilhelms IV. und seiner Frau Elisabeth, an der Nordseite des Atriums das Mausoleum Kaiser Friedrichs III. und seiner Frau Victoria, in dem seit 1991 auch der Sarkophag Friedrich Wilhelms I. aufbewahrt wird.
Beim Marylgarten befindet sich der zweite Haupteingang in den Park, das Grüne Gitter, das man vom Luisenplatz her erreicht.
Die Neptungrotte unweit nördlich vom Obeliskportal wurde 1751 bis 1754 von Knobelsdorff gestaltet. Die Riesenmuschel im Inneren ist aus vielen echten Muscheln zusammengesetzt.
Am Fuße des Weinbergs liegt das Rondell der Großen Fontäne mit Darstellungen der vier Elemente und Figuren der antiken Mytholo¬gie. Über die Glockenfontäne (1750) und das Musenrondell mit acht Marmorstatuen, von Glume um 1752 nach Entwürfen von Knobelsdorff geschaffen, erreicht man das Entführungsrondell, dessen vier Marmorgruppen (um 1750) von Georg Franz Eben- hech »Entführungen« der antiken Mythologie thematisieren: Rö-mer und Sabinerin, Paris und Helena, Pluto und Proserpina, Bac¬chus und Ariadne.
Von hier geht es nach Süden zum Chinesischen Haus, das die gan- ze Verspieltheit des Rokoko und die Chinamode der Zeit offen- bart ps Wurde 1754 bis 1756 nach Plänen von Johann Gottfried Bühring nach dem Vorbild des Türkischen Trefle im Schlosspark von Luneville erbaut. Es imitiert ein geschweiftes, von Säulen in Form von Palmbäumen getragenes Zelt, unter dem sich um einen runden Mittelsaal drei Kabinette gruppieren. Lebensgroße vergol¬dete Chinesenfiguren aus Sandstein – v. a. Teetrinker und Musi¬kanten – von Johann Peter Benckert und Johann Gottlieb Heymül¬ler beleben die Szene. Heute kann man hier Porzellane des 18. Jh.s. bewundern (Öffnungszeiten: Mitte Mai-Mitte Okt. Di.-So. 10.00 bis 17.00 Uhr).
Von der Glockenfontäne führt der Weg hinauf zu den Neuen Kam- mern, von wo man durch das Felsentor auf die Maulbeerallee und auf dieser zum Parterre vor der Orangerie kommt. Das marmorne Reiterstandbild Friedrichs II. hier ist eine Kopie von 1865 des Rauchschen Bronzebildes Unter den Linden in Berlin. Die oberen Terrassen entstanden 1855, die unterste, die Jubiläumsterrasse, 1913 zum 25-jährigen Regierungsjubiläum Kaiser Wilhelms II. Friedrich Wilhelm IV. plante ein großes sog. Höhenstraßenprojekt, von dem aber nur 1851 bis 1860 die Orangerie verwirklicht wurde. Den 300 m langen, Motive der italienischen Spätrenaissance und des Barocks verbindenden Bau führte Stüler nach Skizzen des Kö¬nigs und Entwürfen von Persius aus. Im zentralen Raffaelsaal nach dem Vorbild der Sala Regia im Vatikan sind Kopien von Gemälden des italienischen Renaissancemeisters sowie Skulpturen deutschrö¬mischer Bildhauer ausgestellt. Von beiden Türmen bietet sich ein © herrlicher Ausblick auf die Parkanlagen und auf Potsdam (Öff¬nungszeiten: Mitte Mai-Mitte Okt. Di.-So. 10.00- 17.00 Uhr).
Der westlich unterhalb der Orangerie gelegene Botanische Garten der Universität Potsdam wurde 1844 als Paradiesgarten nach ober¬italienischem Vorbild von Persius angelegt.

Von der Orangerie gelangt man zum Drachenhaus, 1770 von Gon- tard nach dem Vorbild der Pagode in Kew Gardens bei London als Winzerhaus erbaut.
Das 1770 bis 1772 entstandene Bel¬vedere auf dem Klausberg ist das letzte Bauwerk des 18. Jh.s in Sans¬souci. Unger nahm dafür ein Ge¬mälde Francesco Biarchinis aus der Sammlung Friedrichs II. zum Vor¬bild, auf dem das Macellum des Nero in Rom dargestellt ist.

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Sanssouci

Die Geburtsstunde des wunderbaren Ensembles der Schlösser und Gärten von Sanssouci war am 5. April 1744, als Friedrich II. Order erteilte, den »Wüsten Berg« nordwestlich vor der Stadt, auf dem Friedrich Wilhelm I. bereits 1725 einen Küchengarten hatte anlegen lassen, zu einem Weinberg zu gestalten. Schon 1745 wurde mit dem Bau des Sommerschlosses begonnen, 1747 folgte die Orangerie, ab 1751 die Neptungrotte sowie ab 1753 die Bildergalerie, allesamt ge¬plant von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, der wahrscheinlich auch die Gärten entwarf. Im 19. Jh. war es Friedrich Wilhelm IV., der weite Teile des Geländes von Peter Joseph Lenn6 zum land¬schaftsnahen Park umgestalten bzw. neu – wie den Park Charlotten¬hof oder den Marlygarten – anlegen ließ und ihm die heutige Anord¬nung gab: Im Norden der von Ost nach West verlaufenden, 2,3 km langen Hauptallee liegt der Lustgarten, im Süden schließen sich der Rehgarten (bis zum Ökonomieweg) sowie der Park Charlottenhof an. Insgesamt 60 km Wege durchziehen den Park.

Schloss Sanssouci
Zum Schloss gelangt man entweder durch den Park oder per Bus 695 bzw. Auto zur Historischen Mühle (Parkplätze).
Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff verwendete zur Planung des Schlosses viele vom König höchstselbst angefertigte Skizzen. Bereits am 1. Mai 1747 konnte das Schloss eingeweiht werden, das mit Ne¬bengebäuden und Gärten als Hauptwerk des Architekten und als charakteristisches Beispiel für das friderizianische Rokoko gilt. Der Name »sans souci« (franz. = ohne Sorgen) zeigt, dass sich Friedrich II. hier zurückziehen wollte, was auch die für ein Königsschloss sehr geringe Zahl von zwölf Zim¬mern belegt. In der Längs¬achse wurden 1841/1842 durch Persius kurze, etwas zurückgesetzte Seitenflügel angefügt. Die Schauseitc des Schlosses blickt in den Park, in den eine Freitreppe über sechs geschwungene Wein¬bergterrassen hinabführt; der Fassadenschmuck – Hermen¬pilaster mit Bacchantinnen und Bacchanten – stammt von Friedrich Christian Glu- me. Auf der Ostseite der Ter¬rasse befindet sich das Grab Friedrichs des Großen. Be- reits im Jahr 1744 hatte er des Großen bestimmt, dass er in Sans¬souci neben seinen Wind¬spielen begraben werden wolle. An seinem 205. Todes¬tag, dem 17. August 1991, wurden seine sterblichen Überreste nach langer Odys¬see schließlich hier unter ei¬ner einfachen Grabplatte bei¬gesetzt.
Die Ausstattung der Innen- räume gehört zu den gelun¬gensten des Rokoko. Haupt¬verantwortlich waren neben Knobelsdorff Johann August Nahl und Johann Hoppen- haupt d. Ä.
Über das Vestibül gelangt man in die Kleine Galerie, in der Antiken aus der 1742 an¬gekauften Sammlung des Kardinals Polignac sowie Ge¬mälde Watteaus zu sehen sind. Die königlichen Wohn- räume beginnen mit dem Audienzzimmer, dessen De¬ckengemälde »Zephir be¬kränzt Flora« Antoine Pesne schuf. Der kunsthistorisch bedeutsamste und zugleich persön¬lichste Raum ist die mit Zedern¬holz getäfelte kreisrunde Bibliothek mit vier Wandschränken für die 2000 Bücher des Königs. Das an¬schließende Arbeits-, Schlaf- und Wohnzimmer ließ bereits im To¬desjahr Friedrichs des Großen 1786 sein Neffe und Nachfolger Friedrich Wilhelm II. klassizistisch umgestalten. Der Sterbestuhl Friedrichs und sein Schreibtisch wurden von neuem hier aufgestellt. Das Konzertzimmer schwelgt in spielerischem Rokoko. Hier gab der kunstsinnige König, ein begabter Querflötenspieler und Komponist, viele Konzerte. Die Wandbilder nach den »Metamorphosen« von Ovid stammen ebenfalls von Pesne. Den Mittelpunkt des Schlosses bildet der ovale Marmorsaal, in dem u. a. die berühmten Tafelrunden Friedrichs stattfanden. Der westliche Flügel beherbergt einheitliche Gästezimmer; im vierten erinnert eine Büste an einen berühmten Gast am preußischen Hof, der genau diesen Raum allerdings nie be¬wohnt hat: der französische Philosoph Voltaire.
Zwei einander ähnliche Gebäude flankieren das Schloss. Die Neuen Kammern westlich waren ab 1747 nach Entwürfen von Knobelsdorff als Orangerie erbaut worden und wurden 1771 durch Unger zum Gästehaus umgestaltet, indem er aus den einst sieben großen Räu¬men vier reich verzierte Festsäle und sieben Kavalierswohnungen machte. Am schönsten sind der Jaspissaal und die Ovidgalerie (Öff¬nungszeiten: April-Mitte Mai Sa. und So. 10.00-17.00, Mitte Mai-Okt. Di.- So. 10.00- 17.00 Uhr).
Die Bildergalerie auf der Ostseite wurde 1755 bis 1764 nach Plänen von Johann Gottfried Büring erbaut, um die Sammlung Friedrichs II. aufzunehmen. Sie ist der älteste noch erhaltene Museumsbau in Deutschland. Auch wenn die ausgestellte Sammlung nicht mehr dem einstigen Zustand entspricht, spiegelt sie mit Bildern von Rubens, van Dyck, Vasari, Reni, Tintoretto und Caravaggio anschaulich den Geschmack Friedrichs II. wider (Öffnungszeiten: Mitte Mai-Mitte Okt. Di.-So. 10.00-17.00 Uhr). Im Holländischen Garten vor der Bildergalerie stellen acht Marmorbüsten die Herrscher aus dem Hau¬se Oranien dar.
Die Historische Mühle hinter dem Schloss ist eine Rekonstruktion der 1945 bis auf das Sockelgeschoss zerstörten originalen Mühle. Diese wiederum war 1790 als Nachfolgerin einer seit 1739 betriebe¬nen Bockwindmühle gebaut worden. Die Legende, dass ihr Geklap¬per Friedrich II. gestört habe, der Müller aber erfolgreich gegen den Abriss klagen konnte, hat sich tatsächlich als Legende entpuppt (Öff¬nungszeiten: April bis Okt. tgl. 10.00-18.00, Nov.-März nur Sa. und So. bis 16.00 Uhr).

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Neuer Garten & Ruinenberg

Neuer Garten
Der am Fuße des Pfingstbergs gelegene Neue Garten erstreckt sich auf 74 ha am Westufer des Heiligen Sees bis zum Jungfernsee. Schon im 18. Jh. wird das Terrain als »Weinberg des Königs« erwähnt. 1783 kaufte der Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm II. hier einen Weingarten mit Lusthaus, den er 1787 bis 1791, angeregt durch das Vorbild der Wörlitzer Parkanlage, von Johann August Eyserbeck d. J., Sohn des Wörlitzer Gartenarchitekten, zu einem »sentimenta¬len« Landschaftsgarten gestalten ließ.

Spaziergang durch den Neuen Garten
Am Haupteingang beginnt die Hauptallee. Von ihr sieht man zum Südende des Heiligen Sees mit der 1794 von Langhans vollendeten Gotischen Bibliothek. Links der Allee liegt das Holländische Etablis¬sement mit Damenhaus, Pferdeställen und Wagenremisen, 1789/ 1790 nach Plänen von Gontard und Andreas L. Krüger entstanden.
Zwei Jahre später war zwischen Holländischem Etablissement und dem Marmorpalais die von Carl Gotthard Langhans entworfene Orangerie vollendet, die mit einer Sphinx von Michael Christian Wohler, zwei schwarzen Wächtern von Gottfried Schadow und der Isis-Statue zum See hin ägyptisch anmutet. Hier erhielt 1812 Fried¬rich Wilhelm III. die Nachricht über die »Konvention von Taurog¬gen«, die den Abfall Preußens von Napoleon einleitete.
Das Hauptgebäude des Neuen Gartens ist das 1787 bis 1791 als Som- mersitz für König Friedrich Wilhelm II. erbaute Marmorpalais. Die¬ses frühklassizistische Schloss mit roter Backsteinfassade und Schmuck aus grauem schlesischen Granit wurde von Karl von Gon¬tard begonnen und von Langhans zu Ende gebracht, der 1797 auch die Seitenflügel anbaute. Nach der Restaurierung kann man den Konzertsaal und die im Obergeschoss liegenden sog. Gesellschafts¬zimmer auf einem Rundgang mit wunderbaren Aussichten auf die Seen und die Gärten genießen, wie ihn schon Langhans konzipiert hatte (Öffnungszeiten: April-Okt. Di.-So. 10.00-17.00; Nov. bis © März nur Sa. und So. 10.00 bis 16.00 Uhr). Die Pyramide nördlich vom Marmorpalais, ebenfalls von Langhans, wurde als Speisekühl¬schrank und Eiskeller genutzt.
Direkt hinter dem nördlichen Eingang des Neuen Gartens liegt die gotisch anmutende Meierei, 1791 von Langhans erbaut und 1844 von Persius mit dem Anbau eines Pumphauses für die Gartenbewäs¬serung verändert und im normannischen Burgenstil umgestaltet.
Am Nordrand des Neuen Gartens versteckt sich hinter Bäumen der Cecilienhof, letzter Schlossbau der Hohenzollern in Preußen. Er wur¬de 1913 bis 1917 im Auftrag des Kronprinzen Wilhelm von Paul Schultze-Naumburg im englischen Landhausstil errichtet, der um fünf Innenhöfe malerische Fachwerkbauten gruppierte. 1918 floh der Kronprinz ins holländische Exil; nach seiner Rückkehr 1923 wurde den Hohenzollern Wohnrecht auf Cecilienhof gewährt. Im Februar 1945, zwei Monate vor der Bombardierung Potsdams, verließ die Fa¬milie die Stadt und verlor damit ihr Wohnrecht.
Vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 trafen sich im Cecilienhof die Führer der Siegermächte – Stalin für die UdSSR, Truman für die USA und Churchill für Großbritannien, der nach verlorenen Wahlen von Attlee abgelöst wurde – und legten mit dem Potsdamer Abkom¬men die politische Ordnung in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg fest. Für die Konferenz wurden 36 Zimmer des Schlosses sowie der Sitzungssaal mit Möbeln aus ver¬schiedenen Potsdamer Schlössern hergerichtet. Die Räume sind in ih¬rem Zustand von 1945 belassen; besonderer Anziehungspunkt ist der Sitzungssaal mit dem runden Verhandlungstisch (Öffnungszei¬ten: April-Okt. Di.-So. 9.00 bis 17.00, Nov.-März bis 16.00 Uhr). Große Teile des übrigen Schlosses gehören zu einem Nobelhotel.

Ruinenberg
Der 74 m hohe Ruinenberg hat seinen Namen von der auf ihm thronenden Ruinenlandschaft . Friedrich 11. hatte hier ein 4000 m fassendes Wasserbecken zur Versorgung der Fontänen, Springbrun¬nen und Treibhäuser des Parks von Sanssouci ausheben lassen und beauftragte Knobelsdorff, es durch eine Ruinenarchitektur zu ver¬schönern. Knobelsdorff und der Dekorationsmaler der Berliner Ita¬lienischen Oper, Innocente Bellavita, arrangierten ein Stück Rund¬wand eines Amphitheaters, einen Rundtempel mit eingestürztem Kuppeldach, drei ionische Säulen sowie eine vierte, umgestürzte Säu¬le. 1845 ließ Friedrich Wilhelm IV. einen Wachturm anfügen, der 1945 bis auf die heute noch stehende Ruine zerstört wurde. Die An¬lage erfüllte ihren Zweck allerdings nicht: Nur einmal, am Karfreitag 1754, wurden die Schleusen des halb gefüllten Wasserbeckens ge¬öffnet. Die Fontäne vor der Bildergalerie schoss empor, um bald wie¬der zu versiegen. Erst mit dem Bau des Pumphauses an der Havel 1841 (►Breite Straße, Moschee) konnte das Reservoir eingesetzt wer¬den. Dennoch: Vom Ruinenberg hat man einen großartigen Blick auf Schloss und Park Sanssouci.

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Innenstadt 2

Vom Bassinplatz kommt man gleich ins Holländische Viertel, 134 wirklich bezaubernde Häuser, entstanden von 1732 bis 1742 in der Erwartung holländischer Einwanderer. Nach Plänen von Johann Boumann d. Ä. wurden vor allem fünfgeschossige Traufen- und drei-achsige Backstein-Giebelhäuser gebaut, geschmückt mit weißgrünen Portaldekorationen und Fensterläden. Sie sind heute liebevoll restau¬riert und haben allerlei Läden (viel Kunsthandwerk), Kneipen und Ca¬fes aufgenommen. Nur die Vorgär¬ten, die einst zu jedem Haus gehör¬ten, fehlen.
Die von der Peter-und-Pauls-Kir- che wegführende, 1735 angelegte Brandenburger Straße endet am Luisenplatz. Sie ist seit Ende des 19. Jh.s Hauptgeschäftsstraße von Potsdam und zeigt sich heute als Fußgängerzone. Theodor Storm wohnte während seines Assessorats am Potsdamer Kreisgericht (1853-1856) im Haus Nr. 70. Potsdamer jüngere Geschichte be¬gegnet in der Gedenkstätte im Haus Nr. 54 der querenden Lin¬denstraße: Hier, im 1737 erbauten Großen Holländischen Haus, war das Untersuchungsgefängnis der Stasi – die damit nahtlos an die »Tradition« anknüpfte, denn auch der sowjetische Geheimdienst NKWD und die Nazijustiz verhör¬ten hier Menschen, die zu laut eine andereMeinung vertraten. Der Luisenplatz ist für die meisten Potsdambesucher Ausgangspunkt der Besichtigung von Park und Schloss Sanssouci, denn von seiner Nordwestecke geht die kurze Allee nach Sanssouci ab. Den Platz be- herrscht das 1770 zur Erinnerung an den Siebenjährigen Krieg er- richtete Brandenburger Tor. Die Fassade zur Brandenburger Straße stammt von Gontard, die Fassade zum Platz gestaltete Unger. Auf der Attika thronen Mars und Herkules.
Die Brandenburger Straße zurück, biegt man rechts ab auf die Dor- tustraße zur Breiten Straße. Unter Kurfürst Friedrich Wilhelm 1668 angelegt, führte sie vom Stadtschloss zu dem nordwestlich gelegenen Dorf Golm. 1945 wurde die einstige Prachtstraße zerstört, heute er- innern nur wenige Gebäude an den einstigen Glanz. Wo Dortu- und Breite Straße sich kreuzen, verlief bis Mitte der 1970er-Jahre der un¬ter Friedrich Wilhelm I. angelegte Stadtkanal.
An der Ecke Dortu-/ Breite Straße steht das viergeschossige ehern. Militärwaisenhaus, 1722 von Friedrich Wilhelm I. gegründet. Wäh-rend des Siebenjährigen Kriegs waren hier über 2000 Soldatenwaisen untergebracht. Karl Ludwig von Gontard baute es 1771 bis 1778 zu seiner heutigen Gestalt um.
Das Doppelhaus gegenüber – die sog. Hiller-Brandtschen Häuser – wurde 1769 von Georg Christian Unger in Anlehnung an den Lon-doner Whitehall Palace erbaut.
Hier zeigt das Potsdam-Museum seine Ausstellungen zu Geschichte und Kunst; im Gebäude Breite Straße 13 gibt es Ausstellungen zu Natur und Umwelt sowie ein Aquarium. Zum Museum gehört auch die Ausstellung »Potsdam und der 20. Juli 1944« im Ministe¬rium für Stadtentwicklung, Hen- ning-von-Tesckow-Str. 2-8 (Öff¬nungszeiten: jeweils Di.-So. 9.00 bis 17.00 Uhr).
Auf der Breiten Straße stadtaus¬wärts erreicht man – vorbei am di¬rekt an die Hiller-Brandtschen Häuser anschließenden Prediger-witwenhaus von 1664, dem ältesten Potsdamer Wohnhaus – an der Neustädter Havelbucht die »Mo¬schee«, nichts anderes als das 1842 nach Plänen von Persius erbaute Dampfmaschinenhaus des Wasser¬werks von Sanssouci. Von hier wurde das Wasser auf den Ruinen¬berg gepumpt, um die Wasserspiele
in den Gärten zu speisen (Öffnungszeiten: Mitte Mai-Mitte Okt. Sa. und So. 10.00-17.00 Uhr).
Auf der Breiten Straße zurück Richtung Lange Brücke passiert man das Rechenzentrum (1969-1972). Hier stand die 1732 bis 1735 von Philipp Gerlach erbaute Garnisonkirche, in der bis Herbst 1943 die Särge von Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. aufgebahrt waren.
Geschichte wurde hier geschrieben am 21. März 1933, dem »Tag von Potsdam«, als Hitler im Beisein des Reichspräsidenten von Hinden- burg den Reichstag eröffnete. 1968 wurde die Kirche abgerissen. Seit 1991 steht auf der Fläche hinter dem Rechenzentrum eine Nachbil¬dung des berühmten Glockenspiels der Kirche; ein erhaltenes Portal¬gitter ist beim Predigerwitwenhaus zu sehen.
Nur wenige Meter weiter zeigt eine spätbarock-klassizistische Fassade zur Straße, Überbleibsel des sog. Langen Stalls, der 1734 als Exerzier¬gebäude für die Winterübungen der Potsdamer Garnison entstand und 1781 von Unger umgebaut wurde.
Dann ist man wieder an der Langen Brücke. Unterhalb legen die Ha- veldampfer am Neuen Lustgarten an, der um die Ringerkolonnaden angelegt wurde, die einst Stadtschloss und Marstall verbanden.

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Innenstadt

Die nachfolgende Beschreibung der Potsdamer Innenstadt kann man als Rundgang absolvieren. Vom Potsdamer Hauptbahnhof, nun in das neue, gigantische Potsdam Center integriert, erreicht man in we¬nigen Minuten über die Lange Brücke den Alten Markt.
Bis in die 1930er-Jahre hinein war der Alte Markt das Stadtzentrum on Potsdam. Hier ließ der Große Kurfürst 1664 bis 1670 das später mehrfach umgestaltete Stadtschloss errichten. Ab 1750 erfolgte die barocke Umgestaltung des Platzes durch Georg Wenzeslaus von Kno- bclsdorff u. a. Bei dem Bombenangriff der Alliierten am 14. April 1945 brannte das Stadtschloss völlig aus. Trotz großer Proteste wurde es 1960/1961 abgerissen. Pappelreihen markieren heute seinen Grundriss; sein Fortuna-Tor, von Jean de Bodt 1701 zur Erhebung Preußens zum Königtum errichtet, ist wieder aufgebaut. Der Wie¬deraufbau des Schlosses als Sitz des Landtags ist beschlossen.
Heute überragt die Nikolaikirche den Platz. Sie geht zurück auf eine 1721 bis 1724 von Philipp Gerlach erbaute Saalbaukirche, die 1795 abbrannte. Der Wiederaufbau verzögerte sich bis 1830. Dann ent¬schied man sich für den von Karl Friedrich Schinkel vorgeschlagenen Kuppelbau ähnlich der Londoner St. Pauls Cathedral. 1837 wurde der unter Ludwig Persius – allerdings mit Flachdach – ausgeführte Bau geweiht; die 78 m hohe Kuppel kam erst nach Schinkels Tod, in der Bauphase 1843 bis 1849, auf Befehl Friedrich Wilhelms IV. hin¬zu. Der Innenraum wurde 1849 teils nach vorhandenen Dekoratio¬nen, teils nach Schinkelschen Plänen neu gestaltet.
Der von Knobelsdorff entworfene und im Zweiten Weltkrieg zerstör¬te Obelisk auf dem Platz wurde 1979 neu erbaut, dabei ersetzte man die ursprünglich angebrachten Bildnisse preußischer Herrscher durch solche preußischer Baumeister.
Das Alte Rathaus ist der vierte Rathausbau am Alten Markt und wur¬de 1753 bis 1755 von Johann Boumann d. Ä. in palladianischem Klassizismus mit reichem Fassadenschmuck erbaut. Weithin sichtbar trägt auf dem Turm der vergoldete Atlas die Weltkugel.
Das dreigeschossige, von Knobelsdorff entworfene Bürgerhaus rechts daneben spiegelt die ursprüngliche Bebauung des Alten Markts bis zur Zerstörung 1945 wider.
Gegenüber vom Alten Markt sieht man den lang gestreckten Mar¬stall, einzig erhaltener Rest des Schlosskomplexes, der aus Stadt¬schloss und Lustgarten bestand. 1685 als Orangerie nach Plänen von Johann Arnold Nehring erbaut, wurde das Gebäude nach 1714 in ei¬nen Pferdestall umgewandelt. Seine heutige Form erhielt es 1746 durch Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff.
Seit 1981 beherbergt der Marstall das Potsdamer Filmmuseum. Tech¬nisch nicht so ausgebufft wie die neue Konkurrenz am Potsdamer Platz in Berlin, zeigt es aber acht Jahrzehnte Babelsberger Filmge¬schichte mit nicht minder beeindruckenden Originalstücken, etwa von Zarah Leander, Lilian Harvey und vor allem Hans Albers. Emig¬ration und Nazi-Zeit spielen ebenso eine Rolle wie die DEFA-Ära, letztere durch Erfolgsgeschichten wie den »DDR-Winnetou« Goijko Mitic genauso dokumentiert wie durch Beispiele staatlicher Zensur (Öffnungszeiten: tgl. 10.00- 17.00 Uhr).
Hinter dem Marstall kommt man zum um 1680 angelegten Neuen Markt. Sein Mittelpunkt ist der Kutschstall, 1671 erbaut und 1787 bis 1789 von Andreas Ludwig Krüger mit prachtvoll verziertem Por¬tal versehen; es hat das Haus der brandenburgisch-preußischen Ge¬schichte aufgenommen (Öffnungszeiten: Di.-So.10.00-18.00, Mi. bis 20.00 Uhr). Im Haus Neuer Markt 1 (1753) soll Wilhelm von Humboldt geboren worden sein; sicher ist, dass hier bis 1786 der spätere König Friedrich Wilhelm II. wohnte. Die Königliche Rats¬waage befand sich bereits seit 1735 am Neuen Markt, das jetzige Ge-bäude der städtischen Ratswaage stammt von 1836.
Vom Neuen Markt geht es weiter zur Yorckstraße. Die einstige Prachtstraße hieß ursprünglich Am Kanal, denn hier verlief seit Ende des 17. Jh.s der Stadtkanal, so dass man sich hier an einer holländi¬schen Gracht wähnte. Der Kanal wurde in den 1960er-Jahren zuge¬schüttet; einTeilstück wurde inzwischen wieder hergestellt. Von den Häusern blieben Nr. 2 (1783), die Happe-Röhrichtschen Häuser Nr. 3 und 4 (1822 bis 1833) und Nr. 19/20, 1776 nach Entwürfen von Gontard für den Glasschleifer Brocke erbaut.
Der Bassinplatz östlich der Friedrich-Ebert-Straße entstand gleichzei¬tig mit dem Holländischen Viertel. Seinen Namen erhielt er, als un¬ter Friedrich Wilhelm I. 1737 bis 1739 ein Wasserbecken gebaut wur¬de, das mit dem Heiligen See per Kanal verbunden war. 1863 wurde es zugeschüttet. Heute wird hier im Schatten der von Stüler entwor¬fenen Peter-und-Pauls-Kirche (1870) täglich Markt abgehalten; be¬merkenswerter ist aber die an das römische Pantheon erinnernde Französische Kirche in der Südostecke, wahrscheinlich von Knobels¬dorff entworfen und 1752/ 1753 von Boumann d. Ä. ausgeführt.

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Babelsberg

Das östlich gelegene Babelsberg ist der flächenmäßig größte Stadtteil Potsdams und hat sich als Film- und Medienzentrum (wieder) einen Namen gemacht. Hauptsehenswürdigkeiten sind das in einem wun¬derschönen Park stehende Schloss Babelsberg und das ehemalige UFA-Gelände; wer länger bleiben möchte, kann sich noch die am Griebnitzsee gelegenen, einst von UFA-Stars bewohnten Villen in Neu-Babelsberg (S-Bahnhof Griebnitzsee) sowie das bescheidene Jagdschloss Stern ansehen, das sich Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. 1730 bis 1732 erbauen ließ.
Der spätere Kaiser Wilhelm I. hatte 1833 den Babelsberg – nördlich des heutigen Zentrums – von seinem Vater Friedrich Wilhelm III. in Erbpacht erhalten und Schinkel mit dem Entwurf eines Schlosses für sich und seine Frau Augusta von Sachsen-Weimar, einer Verehrerin ◄ Bus des Tudorstils, beauftragt. Bereits Ende 1835 wurde der recht be- 694 ab S-Bahnhof scheidene Bau eingeweiht. Bald erhielt Schinkel den Auftrag für Er- Babelsberg Weiterungen, die nach seinem Tod Persius, Strack und Gottgetreu ausführten. Den ursprünglichen Schinkelschen Plan nach dem Vor¬bild von Schloss Windsor verwirklichte Persius teilweise mit dem östlichen Flügel. 1844 bis 1849 entstand durch Strack der westliche Teil im Stil einer spätromanischen Burg. Von der Schinkelschen In- nengestaltung ist nur noch wenig zu erkennen. Vom Schloss hat man einen schönen Blick über das zur Havel hin abfallende sog. Bowling- green hinüber zur Glienicker Brücke und zum Glienicker Park (Öff¬nungszeiten: März-Okt. Di.-So. 9.00- 17.00 Uhr).
Westlich des Schlosses erstreckt sich über rund 130 ha zwischen dem Tiefen See und der Glienicker Lake der von Lenne und später Fürst Pückler-Muskau gestaltete Park Babelsberg. Ein Spaziergang führt zur Glienicker Lake mit dem 1843 bis 1845 von Persius erbauten Dampfmaschinenhaus, dann zum 1841/1842 für die Damen des Hofes entstandenen Kleinen Schloss ganz im Westen und zum Mat¬rosenhaus, das für die Belegschaft der zum Schloss gehörenden Schiffe und Gondeln 1842 errichtet wurde. Von der Höhe grüßt das Wahrzeichen des Babelsberger Parks, der 40 m hohe Flatowturm, 1853 bis 1856 nach dem Vorbild des Eschenheimer Torturms in Frankfurt am Main erbaut. Auf der Bismarckbrücke unterhalb soll Wilhelm I. Bismarck zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt haben. Nordöstlich vom Flatowturm steht die mittelalterliche, 1872 hierher versetzte Berliner Gerichtslaube, die dem Bau des Roten Rat¬hauses (►S. 285) weichen musste. Das Untergeschoss stammt unge¬fähr von 1280 und enthielt den Schöffenstuhl, darüber befand sich die 1485 erbaute Ratsstube.
An der Großbeerenstraße (Bus: 602, 690, 698) liegt das rund 45 ha große ehemalige UFA-Gelände, auf dem seit 1912 deutsche Filmge¬schichte geschrieben wurde. Heute produzieren in der Medienstadt Babelsberg zahlreiche Firmen sowie TV-Sender Kinofilme und TV- Serien. Touristisches Highlight ist der Filmpark Babelsberg. Hier kann man hinter die Kulissen schauen, u. a. Janoschs Traumland und die Gärten des Kleinen Muck besuchen, die Stuntshow im Vulkan verfolgen oder sich in das Kabinett des Dr. Caligari wagen (Öff¬nungszeiten: Mitte März-Okt. tgl. 10.00-18.00 Uhr). Neu am Bahnhof Medienstadt: das Exploratorium, Wissenschaft zum Anfas¬sen für Kinder (Di.-Fr. 8.30- 18.00, Sa. und So. ab 10.00 Uhr.

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SCHLÖSSER UND GÄRTEN & Alexandrowka

SCHLÖSSER UND GÄRTEN
Die heute 129000 Einwohner zählende Stadt an der Havel, die sich hier zu Kanälen und Seen ausweitet, war Sommerresidenz der preußischen Könige und deutschen Kaiser und ist insbesondere mit Friedrich dem Großen verbunden. Noch immer schwingt in ihrem Namen ein »preußischer Unterton« mit.
Seinem Kranz von Schlössern und Gärten verdankt Potsdam die Auf- nähme in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes im Jahr 1990. Zwar hat das Bombardement vom April 1945 den historischen Stadtkern schwer beschädigt und rissen die DDR-Stadtplaner, anstatt sie aufzu- bauen, viele der Ruinen ab, doch immer noch gibt es genügend char- mante Winkel wie das Holländische Viertel oder die Russische Kolo¬nie. Vor allem aber ist Potsdams einzigartiges Ensemble aus großen Parks und Schlössern geblieben, das die bedeutendsten Landschafts¬architekten, Baumeister, Maler und Bildhauer schufen. Nimmt man noch den Volkspark, Babelsberg und das Filmmuseum hinzu, kommt man um einen Ausflug nach Potsdam kaum herum.
Potsdam wurde 993 als Poztupimi erstmals erwähnt und um 1317 als Stadt bezeichnet. Das Landstädtchen entwickelte sich aber erst, als Kurfürst Friedrich Wilhelm es zu seiner zweiten Residenz neben Berlin wählte und das Stadtschloss (1664-1670) erbauen ließ. Mit dem strengen Regiment des »Soldatenkönigs« Friedrich Wilhelm I. begann der Wandel zur Verwaltungs- und Garnisonsstadt. Friedrich II. setzte die Bautätigkeit fort: Das Stadtschloss wurde erweitert,
Schloss Sanssouci und das Neue Palais begonnen, ganze Stadtteile abgerissen und neu bebaut. Wäh¬rend Friedrichs Regierung war Potsdam Anziehungspunkt für Schriftsteller, Musiker und Philoso¬phen, allen voran Voltaire. 1838 er- öffnete die erste preußische Eisen¬bahn von Berlin nach Potsdam.
Am 21. März 1933, dem »Tag von Potsdam«, besiegelten Hindenburg und Hitler in der Garnisonkirche symbolisch das Bündnis zwischen dem nationalen und dem national¬sozialistischen Deutschland. Beginn
und Ende des Dritten Reichs sind adher eng mit Potsdam verbun¬den: Im August 1945 beschlossen Truman, Churchill (später Attlee) und Stalin im Schloss Cecilienhof das Potsdamer Abkommen und damit das Schicksal Deutschlands. Seit der Wiedervereinigung hat Potsdam als Hauptstadt des Bundeslandes Brandenburg einen kul¬turellen, politischen und wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, der nicht zuletzt wegen der Nähe zur Bundeshauptstadt weiterhin anhält.
Alexandrowka • Russ. Kolonie
Die 13 Häuser mit Holzbalkonen und geschnitzten Giebelbrettern der Kolonie Alexandrowka sind bis heute ein einzigartiges Beispiel russischer Architektur außerhalb des Ursprungslands. Die Kolonie entstand durch eine »Allerhöchste Cabinets-Ordre« Friedrich Wil¬helms III. vom 10. April 1826 für zwölf russische Sänger, die 1812 als Kriegsgefangene, die General Yorck noch an der Seite Napoleons ge¬macht hatte, nach Potsdam gebracht worden waren, als Chorsänger dienten und nach Napoleons Niederlage als »Geschenk des Zaren Alexander« in Potsdam blieben. Die königliche Forderung, die Sied¬lung in der Form des russischen Andreaskreuzes zu gestalten, setzte Peter Joseph Lennö um: An den beiden Kreuzarmen ließ er je vier sich gegenüber stehende Häuser¬paare, in den Bögen des ovalen Ge¬ländes vier weitere bauen. Am Schnittpunkt der Diagonalwege entstand das Aufseherhaus (Nr. 8). Die Anwesen durften nicht ver¬kauft werden; das Wohnrecht blieb bestehen, wenn das erste Kind ein Junge war. So lässt sich an den Na¬mensschildern noch heute die Fa¬miliengeschichte verfolgen: Weiße Schrift auf schwarzem Grund nennt die Verstorbenen, schwarze Schrift auf weißem Grund die bis heute hier lebenden Nachfahren der russischen Sänger. In Haus Nr. 2 von 1826 ist das Erdgeschoss Museum zum Museum Alexandrowka umgebaut worden – jeder Raum befasst Alexandrowka ► sich mit einem Thema zur Kolonie (Di.-So. 10.00- 18.00 Uhr).
Die orthodoxe Kirche des Heiligen Alexander Newski auf dem Ka¬pellenberg wurde 1829 in Anwesenheit von Zar Nikolaus I. einge¬weiht. Karl Friedrich Schinkel entwarf das Kirchlein nach dem Vor¬bild der Kiewer Desjatin-Kirche.

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Zoologischer Garten

Hardenbergplatz 8 (Löwentor), Budapester Str. 34 (Elefantentor) März tgl. 9.00-17.30, Ende März-Ende Sept. bis 18.30, Ende Sept. bis Ende Okt. bis 18.00, Ende Okt.-Ende Feb. bis 17.00; Aquarium ganzjährig tgl. 9.00-18.00 Uhr. Der berühmte Zoologische Garten liegt im westlichen Innenstadtbereich, unmittelbar bei dem nach ihm benannten Bahnhof Zoo, begrenzt von Bahnlinie, Budapester Straße und Landwehrkanal.
Der Aufbau des Zoos begann 1841, als König Friedrich Wilhelm IV. seine im Tiergarten gelegene Fasanerie und alle auf der ►Pfaueninsel gehaltenen Tiere der Stadt schenkte. Am 1. August 1844 wurde dann der erste zoologische Garten in Deutschland eröffnet, doch erst am 1. Oktober 1869 wurde mit Heinrich Bodinus ein haupt¬amtlicher wissenschaftlicher Direktor berufen. 1888 über¬nahm Ludwig Heck die Lei¬tung, der den Tierartenbe¬stand wesentlich vergrößerte und den Berliner Zoo zu ei¬nem der reichhaltigsten der Welt machte. Unter seinem Sohn und Nachfolger Lutz Heck entstanden die ersten größeren Freianlagen ohne Trenngitter zwischen Tier und Besucher. 1939 besaß der Zoo über 4000 Säugetiere und Vögel in etwa 1400 Ar¬ten. Die Bombenangriffe und Kriegshandlungen im Zwei¬ten Weltkrieg zerstörten wei¬te Teile des Zoologischen Gartens und töteten viele Tiere. Der Wiederaufbau be¬gann bald nach Kriegsende, auch das ursprünglich 1899 erbaute, im Krieg zerstörte Elefantentor wurde rekonst-ruiert. Sein Pendant im Ost¬teil ist der im Bezirk Lichten¬berg liegende, 1955 eröffnete ►Tierpark Friedrichsfelde.
Heute leben im Zoo etwa 14170 Tiere in ca. 1420 Ar¬ten. Zu den besonderen At¬traktionen zählen die Men¬schenaffen, die Löwenfreian¬lage, die Elefantenherde, das Flusspferdhaus und natürlich der sehr seltene Große Pan¬dabär, der – nachdem seine Partnerin gestorben ist – nunmehr einzige in einem deutschen Zoo. Das Aquarium (mit Krokodilhalle und Insektarium) zeigt auf drei Stockwerken rund 500 Arten.

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